Die Situation auf dem Inseratenmarkt ist alles andere als rosig. Die Verlagerung von Print- zu Onlineinseraten führt bei gedruckten Zeitungen seit Jahren zu Einnahmerückgängen. Das bekommt auch der Azeiger zu spüren. Hans-Ruedi Wüthrich, Präsident des Anzeigerverbands Bucheggberg-Wasseramt, zeigte sich an der Delegiertenversammlung vom Freitag dennoch positiv eingestellt. «Rückgänge sollten nicht Anlass zum Jubeln geben», gab er vor den 45 Delegierten zu. Mit einem Verlust von 0,7 Prozent im vergangenen Jahr stehe der Azeiger im Vergleich zur Gesamtbranche aber gut da. So beträgt der Verlust in der regionalen Wochenpresse insgesamt 8,6, jener der Sonntagszeitungen gar 21 Prozent.
Vorteile des Printinserats

In den Bereichen «Kommerzielle» und Stelleninserate konnte 2016 eine Umsatzsteigerung erlangt werden, die Inserate für Immobilien und sowie die Prospektbeilagen hingegen sind rückläufig. Dass die Immobilieninserate heute mehrheitlich online zu finden sind, überraschte Wüthrich nicht. Verwundert zeigte er sich eher darüber, dass der Leerwohnungsbestand in der Region auch in den Medien wenig Aufmerksamkeit erhält. «Wer heute auf Immoscout eine Wohnung im Umkreis von 10 Kilometern um Solothurn sucht, findet 690 freie Wohnungen.» Für den, der gezielt etwas suche, wie eine Wohnung in einem bestimmten Ort, böten Online-Inserate gute Möglichkeiten. Viele Kunden seien aber geradezu «online-gläubig» geworden, weshalb man die Vorteile des Printinserats künftig noch stärker anpreisen müsse. Wüthrich verwies auf die «Zufallsleser», die vor allem in Bezug auf kommerzielle und Stelleninserate interessant seien. Die Filet-Aktion des Metzgers suche niemand gezielt im Internet, auf diese stosse man eher via Printinserat. Und wer gar keine Arbeit sucht, aber zufällig ein interessantes Jobangebot in der Zeitung findet, wechsle vielleicht die Stelle.

Für Kulturschaffende

Die Erfolgsrechnung 2016 gestaltet sich ähnlich wie jene des Vorjahres. Die Einnahmen durch den Inseratenverkauf unterscheiden sich kaum und der Ertrag beträgt 1 457 278 Franken. Ein Teil des Gewinns fliesst in den Kultur- und Sozialfonds. Mit diesem Beitrag unterstützt der Azeiger Projekte in den Verbandsgemeinden, womit Letzteren das erwirtschaftete Geld wieder zugutekommt. «Kultur ist ein Feuer, das Nahrung braucht», so Maria Wüthrich, Ressortleiterin Kultur. «In Form von Ideen und Begeisterung, aber auch – ganz profan – in Form von Geld.» Mit 115 000 Franken unterstützte der Azeiger 2016 insgesamt 42 Projekte aus dem Fonds. Darüber hinaus profitierten regionale Vereine. Ihnen griff der Azeiger im Rahmen des Vereinssponsorings unter die Arme. Insgesamt flossen 87 000 Franken in die Arbeit von 234 Vereinen. «Das sind neun mehr als im Vorjahr.» Die Anmeldungen für Konzertfahrten ins KKL hingegen gingen zurück, weshalb ein neues Angebot kreiert wurde: Am 27. Juli können Azeiger-Leser im Schlösschen Erlach die Sommerserenade geniessen.

Wechsel in der Redaktion

In den letzten Jahren hat der Azeiger die Organisation überprüft, wie Hans-Ruedi Wüthrich den Anwesenden erläuterte. 2016 wurde in diesem Rahmen die Redaktion neu ausgeschrieben, was zu einem Wechsel führte. Neu übernimmt die Agentur «eggenschwiler & friends» – unter der Leitung von Andrea Eggenschwiler – die redaktionelle Arbeit und löst damit nach 15 Jahren c&h-Konzepte ab. Einen Wechsel erfährt auch der Vorstand des Verbands, da Esther Fahrni ihr Amt als Sekretärin niederlegt. Weiterhin im Team bleiben Anna Arni und Kathrin Hirsbrunner, denen Wüthrich zum 15-jährigen Jubiläum gratulierte.