Es war nicht wie sonst. Nicht nur stand erstmals Urs Heri am Dirigentenpult. Es klang auch anders als sonst. Es waren Instrumente auszumachen, die bei der Musikgesellschaft Derendingen noch nie, oder zumindest seit langer Zeit nicht mehr gesehen wurden. Die waren nicht nur sichtbar, sondern auch deutlich zu hören. Es waren vorwiegend Instrumente, welche die Holzfraktion bereicherten. Da sass ein Oboist, der je nach Werk auch sein Englischhorn spielen konnte. Ein Fagott ragte mitten aus der Formation. Bassklarinetten und ein vergrössertes Saxofonregister fielen auf. Aufgefallen ist auch das deutlich vergrösserte Flötenregister von dem Barbara Knecht auch das Pikkolo spielen kann. Das ergab natürlich ein reicheres und wärmeres Klangbild.

Es ist das Resultat eines revolutionären Umganges mit der Musikschule und den Musiklehrkräften. Die Musikgesellschaft hat einzelne Musiklehrer verpflichtet, allenfalls auch gemeinsam mit ihren Schülern bei bestimmten Projekten mitzumachen. Sie wollte damit ein Zeichen gegen ein Phänomen setzen, über das viele Musikvereine klagen. Sie erhalten kaum Nachwuchs aus den öffentlichen Musikschulen, obwohl dort auf entsprechenden Instrumenten ausgebildet wird.

Ungewohnte Fülle

Die neue, ungewohnte Fülle erlaubte Werke wie die «Toccata for Band» von Frank Erickson ins Programm zu nehmen. Der hat seine Komposition 1957 für die typisch amerikanische Band geschrieben. Das ist für unsere Begriffe ein reich instrumentiertes Blasorchester. Angefangen hat die Musikgesellschaft das Konzert mit einer Fanfare. Dass dabei die Trompeten auf der einen und die Posaunen auf der anderen Seite der Empore schmetterten hatte mehr als bloss einen optischen Effekt. Die strahlenden Obertonströme füllten den ganzen Kirchenraum. Zu beidem boten die zwei Sätze aus einer Triosonate in d-Moll von Georg Friedrich Telemann den gewünschten Kontrast. Triosonaten sind Kammermusikwerke für zwei gleichwertige Instrumente mit Basso continuo. Der Aufführungsort erlaubte es, der Musikgesellschaft zu pausieren und die Generalbassbegleitung stilgerecht der Orgel zu überlassen.

Für Barbara Knecht und Maurizio Iengo galt die Pause natürlich nicht. Auf ihren Flöten spielten sie den ersten (Andante) und vierten (Allegro) Satz zur Orgelbegleitung von Erika Burki-Mäder. Mit «Couleurs», einer der bekanntesten Kompositionen ihres Dirigenten Urs Heri, holten die Musikerinnen und Musiker das Publikum wieder in die Gegenwart zurück. Es warteten noch weitere Höhepunkte. Zuerst «A Trumpeter’s Lullaby»von Leroy Anderson, arrangiert von Philip J. Lang und auf der Trompete interpretiert von Angela Furrer. Es gilt besonders für das von Naohiro Iwai wunderbar arrangierte und instrumentierte «Song And Samba» des Brasilianers Luiz Bonfa. Da konnten die verschiedenen Register nacheinander auftrumpfen oder solieren wie etwa Michiel Van Bemmelen auf der Flöte. Solistisch gefallen hat auch die Sopranistin Fabienne Marzena Skarpetowski, die auch als Moderatorin wirkte.