Obergerlafingen
Gemeinden wehren sich: Freileitung verschandelt das Naherholungsgebiet

Die sieben betroffenen Wasserämter Gemeinden und Zielebach wehren sich gegen die Erneuerung der Hochspannungsleitung der SBB.

Marlene Sedlacek
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SBBfreileitung zwischen Gerlafingen und Obergerlafingen.

SBBfreileitung zwischen Gerlafingen und Obergerlafingen.

Hanspeter Bärtschi

Schon lange ist dem Obergerlafinger Gemeinderat bekannt, dass die SBB die fast hundert-jährige Hochspannungsleitung zwischen Kerzers und Rupperswil komplett erneuern wollen. Geplant ist wiederum eine Freileitung. An der Gemeindeversammlung im Jahr 2017 beschloss das Stimmvolk, von den SBB eine Erdverlegung zu verlangen.

Dies sei rein technisch nicht möglich, liessen die SBB verlauten. Das angeführte Resonanzproblem sei jedoch abhängig von der Länge der Erdverlegung betonte Gemeindepräsident Beat Muralt. Somit sei eine Leitung im Boden im Bereich Zielebach-Gerlafingen-Obergerlafingen-Kriegstetten ohne weiteres machbar. Da die SBB nicht einlenkten, formierte sich Widerstand unter sieben betroffenen Wasserämter Gemeinden und in Zielebach.

Von der Leitungsführung wäre ein Naherholungsgebiet von grosser Bedeutung betroffen. Zudem müsste in Kriegstetten eine massive Waldrodung erfolgen. In einem Schreiben an die SBB forderten nun die Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten die SBB zu einer Aussprache auf und kündigten ihren Widerstand an. «Dies dürfte eine harte Auseinandersetzung geben», prophezeite Muralt.

Sondereffekte in der Rechnung bringen Gewinn

Der Gemeinderat verabschiedete die Rechnung 2020 zuhanden der Gemeindeversammlung. Sie schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 61'053 Franken ab. Budgetiert war ein Verlust von 334'423 Franken. Beat Muralt freute sich zwar über den positiven Abschluss. Er mahnte jedoch, dass verschiedene Sondereffekte zu diesem Resultat geführt hätten. So wurde beispielsweise im Zusammenhang mit der Fusion der Sozialregionen der Lastenausgleich im 2019 falsch abgegrenzt.

Dies führte zu einem um 70'000 Franken höheren Ertrag. Zudem resultierte durch die Anschubfinanzierung nach Staf im Finanz- und Lastenausgleich ein Plus von 72'000 Franken. Aber trotz dieser Sondereffekte zeigte sich Muralt zufrieden mit der Rechnung. «Die Kennzahlen sind gut und die Steuererträge bereiten uns noch keine Sorgen», meinte er. Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf 713'072 Franken. Investiert wurde unter anderem in ein neues Feuerwehrfahrzeug und in Mobiliar für die Kreisschule.

Maitannli stellen mit Hygienemassnahmen

Die Obergerlafinger «Stäcklibuebe» werden am 1. Mai ihr Maitannli stellen dürfen. Der Gemeinderat war sich zwar nicht ganz sicher, ob dies wegen Corona überhaupt erlaubt sei. «Man liest überall etwas anderes», stellte Sabrina Schneider, Ressort Jugend fest. Sie stützte sich auf das Schreiben vom 8. April vom Gesundheitsamt, das den Fachstab Pandemie zitiert, wonach gegen das Stellen der Maitannli unter Einhaltung der Hygienemassnahmen nichts einzuwenden sei.

Ebenso erhielt sie vom zuständigen Polizeiposten Biberist das OK. Es würden dabei voraussichtlich nur acht Jugendliche teilnehmen, und die Schutzmassnahmen würden eingehalten werden, versicherte Schneider.

Auch Muralt begrüsste den Entscheid. «Wo Aktivitäten möglich sind, sollte man sie nicht verhindern», sagte er. Abgesagt wird hingegen die Seniorenfahrt, die am 4. Juni geplant war. Als Ersatz ein gemeinsames Essen im September durchzuführen, verwarf der Gemeinderat. «So viele Seniorinnen und Senioren auf engem Raum sind nicht optimal», meinte Muralt. So wird der Anlass auf nächstes Jahr verschoben.