Obergerlafingen
Die Zementrohre bleiben auch künftig schmucklos

Das Konzept Kultur im Strassenraum findet keine Mehrheit im Gemeinderat von Obergerlafingen.

Marlene Sedlacek
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Die Reflektoren sind auch künftig der einzige Schmuck an den Zementrohren.

Die Reflektoren sind auch künftig der einzige Schmuck an den Zementrohren.

Marlene Sedlacek

Grau und trostlos stehen 13 Zementrohre als Verkehrsberuhigungsmassnahmen in den Tempo 30-Zonen in Obergerlafingen. «Verziert» nur mit reflektierenden schwarz-weissen Leitpfeilen.

Mit einem Durchmesser von über einem Meter laden sie förmlich dazu ein, Abfall darin zu entsorgen. Damit nicht die ganze Reinigungsarbeit beim Gemeindeangestellten hängen bleibt, hat sich die Bau- und Planungskommission etwas einfallen lassen. Sie hat ein Konzept für einen Bepflanzungs- und Verschönerungswettbewerb entwickelt.

Patenschaft für höchstens zwei Jahre

Einwohner und Einwohnerinnen sollen dabei Patenschaften für jeweils ein Zementrohr übernehmen. Während einem bis zwei Jahren sollen sie das Gefäss bepflanzen und ihre Werke unterhalten.

Je nach Lust und Laune können sie die Oberfläche auch bemalen. Um die Fantasie nicht einzuschränken, wollte die Kommission für die Ausgestaltung im Vorfeld nicht zu viele Vorschriften machen. Nach zwei Jahren muss die Patenschaft weitergegeben werden. Die jährliche Prämierung der schönsten Werke an der Gemeindeversammlung soll die kreativen Gärtner und Gärtnerinnen motivieren.

Farbe ins Dorf bringen

Die Idee hinter diesem Projekt ist, nicht nur etwas Farbe ins Dorfbild zu bringen, sondern auch das Dorfleben aktiv zu fördern.

Nach langer Diskussion im Gemeinderat kristallisierte sich kein tragfähiger Beschluss heraus. Thomas Mikolasek sah es als heikel an, dass keine Regeln gelten sollten. «Das wird ausufern», befürchtete er.

Ein anderer Diskussionspunkt war die Bemalung. Nur der erste Pate sollte die Röhren bemalen dürfen, meinte Sabrina Schneider, sonst würden sie bei jedem neuen «Besitzer» eine weitere Farbschicht bekommen. Es sollte auch nicht der Eindruck entstehen, dass die Gemeinde die Röhren einfach nur aufstellt, und es der Bevölkerung überlässt, diese zu pflegen, war ein anderes Argument.

Schliesslich stellten sich nur der Gemeindepräsident Beat Muralt, der dem Projekt eine Chance geben wollte, und Frank Rindlisbacher (Ressort Bau- und Planung) hinter das Konzept. Zwei Gemeinderäte waren dagegen, den anderen war es egal.

«Somit ist das Projekt gestorben»,

konstatierte Muralt sec.

Kein Feuerwehrfest

Actionbound im Dorf

Das Feuerwehrfest mit dem traditionellen Kinderwettbewerb, «de schnäuschti Obergerlafinger / die schnäuschti Obergerlafingerin», wird auch dieses Jahr coronabedingt nicht stattfinden. Ganz auf den Anlass verzichten möchten die Obergerlafinger Angehörigen der Feuerwehr, jedoch nicht.

Als Ersatz ist ein sogenannter «Actionbound» vorgesehen. «Mit Handy und QR-Code können die Teilnehmenden an verschiedenen Posten im Dorf Aufgaben lösen», erklärte Julian Portmann von der Feuerwehr.

Der Gemeinderat unterstützt diesen einmaligen Anlass mit 750 Franken für ein Erinnerungs-T-Shirt. Nächstes Jahr soll das Feuerwehrfest wieder wie gewohnt stattfinden. (msg)

Die Jahresrechnung 2020 erhielt in der dritten Lesung noch einige wenige kosmetische ­Korrekturen. Der Gemeinderat verabschiedete die definitive Rechnung mit einem Ertragsüberschuss von 68'039 Franken, Nettoinvestitionen von 713'072 Franken und einem Eigenkapital von 6,8 Mio. Franken einstimmig zuhanden der ­Gemeindeversammlung.