Höhere Steuererträge
Oberdorfs Rechnung 192'000 Franken im Plus

Dank höherer Steuereingänge erhielt die Gemeinde Oberdorf für ihren Jahreshaushalt mehr Luft. Der Gemeinderat freute sich am Ertragsüberschuss von 192 000 Franken. Budgetiert war ein Überschuss von rund 40'000 Franken.

Gundi Klemm
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Gemeinde Oberdorf, Dorfplatz

Gemeinde Oberdorf, Dorfplatz

Rahel Meier

«Unser Finanzplan hat unsere finanzielle Situation so vorgezeichnet, wir haben in der Rechnung nichts versteckt und nichts beschönigt», hielt Gemeindepräsident Patrick Schlatter bei der abschliessenden Lesung der Jahresrechnung mit Dank an alle Beteiligten fest. Die einzelnen Ausgabenbereiche entsprachen weitgehend dem Voranschlag. Lediglich in der Bildung (3,49 Mio.) ist ein Anstieg um rund 300 000 Franken zu vermerken.

Als Mosaikstein dazu beigetragen hat der um 57 000 Franken höhere Beitrag an den gymnasialen Unterricht von gesamthaft 227 529 Franken, da Oberdorf mit 25 Jugendlichen in weiterführenden Schulen so «schlauen» Nachwuchs hat. Angestiegen um rund 147 000 Franken ist gleichfalls der Anteil für die Besoldung der Lehrkräfte in Kindergarten und Primarschule auf 1,27 Mio. Franken.

«Auf Kurs» ohne gegenwärtig weitere Infrastrukturprojekte seien die Spezialfinanzierungen Ab-/Wasser und Abfall, stellte der Rat befriedigt fest. Dank günstiger Zinssituation drücken die langfristigen Schulden im Betrag von 9,7 Mio. gegenwärtig nur wenig. Die Pro Kopf-Nettoschuld der 1 660 Einwohner beträgt 3284 Franken bei einem Steuerfuss von 125 Prozent. 8,1 Prozent macht der Kapitaldienstanteil am gesamten Haushalt aus. Demgegenüber stehen die Aktiven im Umfang von 12,3 Mio. Franken.

Investiert wurde für netto 1,06 Mio. Franken, wobei Gemeindeverwalter Fredy Schmitter darauf aufmerksam machte, dass Abrechnungen für die Sanierung des Schulhausdaches, der Weissensteinstrasse und weiterer Infrastruktur erst in der laufenden Periode fertig werden. Gemäss Ratsbeschluss soll der Ertragsüberschuss mit 192 366.63 dem Eigenkapital von jetzt 351 000 Franken zugewiesen werden. Der Rat diskutierte die Empfehlungen des Revisorats und entschied, Steuerschuldnern wie bisher Verzugszinsen aber keine zusätzliche Mahngebühr zu belasten. Die Gemeindeversammlung am 15 Juni befindet endgültig über die Jahresrechnung.

Nochmaliger Anlauf zum «Mittagstisch»

Gemeinderat Martin Ruch orientierte über das in einer Arbeitsgruppe vorgeschlagene Konzept. Sofern nach einem vergeblichen ersten Versuch nun eine Nachfrage nach einem Mittagstisch an drei Tagen (Montag, Dienstag, Donnerstag) in Oberdorf durch eine Interessemeldung der Eltern vorhanden sei, könnte das Angebot nach den Sommerferien starten. Verbunden damit sei eine Vereinsgründung «Mittagstisch», in dem Eltern dort betreuter Kinder Mitglieder sein sollten.

Auch die Mithilfe aus der Bevölkerung sei sehr erwünscht, so Ruch, der Betreuenden ein kleines Entgelt in Aussicht stellte. Noch nicht ganz geklärt ist die Lokalität für den Mittagstisch, da die dafür ins Auge gefasste Kächschür häufig belegt sei. Als Ausweichmöglichkeit böte sich vielleicht die Kaplanei an. Auch das Altersheim Bellevue, welches das Essen liefert, könnte angefragt werden, befand der Rat. Der Rat beschloss ein Start-Darlehen in Höhe von 5000 Franken und hofft auf Sponsoren für das Vorhaben.

Areal Gemeindehaus

Schon lange befasst sich die Gemeinde in Rat und Fachgruppe mit der besseren Nutzung von Gemeindehaus und –land im Zentrum von Oberdorf. Inzwischen sei man in Verhandlungen weitgehend einig mit einem Investor, der mit einem garantierten Gestaltungsplan und einem Annexbau an das bestehende Gemeindehaus zu einer Planungsvereinbarung bereit wäre.

Ueli Kölliker hatte sich als Jurist im Rat mit den vom Investor gewünschten Ergänzungen im Sinne beiderseitiger Sicherheit beschäftigt und sie bezüglich Absichtserklärung, Gestaltungsplan und materieller Punkte präzisiert. Die am Projekt mitbeteiligte Erbengemeinschaft wird, wie im Vertrag festgehalten, 150 000 Franken für das ihr eingeräumte Wegerecht bezahlen.