Risiko
Oberdorf wartet ab mit dem Wechsel in den freien Strommarkt

Die Schulanlage Mühlacker in Oberdorf könnte beim Strombezug auf den freien Markt wechseln, doch dies stellt momentan ein Risiko dar.

Nadine Schmid
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Der Gemeinderat will abwarten, ob er für die Schulanlage Strom auf dem freien Markt beziehen will.

Der Gemeinderat will abwarten, ob er für die Schulanlage Strom auf dem freien Markt beziehen will.

Rahel Meier

Im freien Markt Strom einkaufen kann, wer im Jahr mehr als 100 000 kWh Strom braucht. Dadurch kann Geld gespart werden, jedoch erhält man gleichzeitig mehr Verpflichtungen und kann nicht mehr in den festen Markt zurück. Man kann lediglich zwischen den Firmen entscheiden, die im freien Markt Strom anbieten.

Die Bedingung, auf den freien Markt zu wechseln, erfüllt die Schulanlage Mühlacker – jedoch nur dank des Schwimmbads. Da dessen Zukunft noch unsicher ist, würde ein Wechsel ein Risiko darstellen. Bei einem Wechsel auf den freien Markt würde die AEK für drei Jahre im Voraus Strom einkaufen, wobei sich die Gemeinde in dieser Vertragsdauer verpflichtet, die entsprechende Strommenge zu brauchen.

Wenn Oberdorf die erforderlichen 100 000 kWh nicht erreicht, muss sie eine Strafe zahlen. Würde die AEK gar Verluste verzeichnen, würde die Gemeinde dafür aufkommen müssen. Aus diesem Grund zögerte der Gemeinderat, den Antrag der Energiewende Oberdorf (EWO) anzunehmen. Er beschloss schliesslich, den Entscheid auf den Herbst zu vertagen, auf einen Termin nach der ausserordentlichen Gemeindeversammlung. Zu diesem Zeitpunkt ist die Zukunft des Schwimmbads ersichtlich.

Die Leitlinien der Energiepolitik wurden vom Gemeinderat genehmigt. Damit folgt die Gemeinde der Energiepolitik des Bundes und des Kantons. Diese legt Wert auf einen effizienten, umweltbewussten und sparsamen Umgang mit Energie. Auch werden wenn möglich regionale Energieträger berücksichtigt. Gleichzeitig richtete der Gemeinderat entsprechend dem Antrag der EWO das Ressort «Energie» ein, das in den Zuständigkeitsbereich von Marc Spirig fällt.

Zwischen Grün- und Blaustrom

Die EWO äusserte wie schon im Vorjahr den Wunsch, den aktuellen jährlichen Grünstrombezug von 40 000 kWh zu verdoppeln. Die Gemeinderäte waren in dieser Frage gespalten. «Es besteht die Möglichkeit, dass man durch den Grünstrom den Blaustrom schädigt», argumentierte Gemeindepräsident Patrick Schlatter. «Es wäre etwas anderes, wenn wir uns zwischen Grau- und Grünstrom entscheiden müssten, aber Blaustrom ist auch ein guter Strom», fand auch Martin Ruch.

Ueli Kölliker und Dieter Trächsel vertraten das Pro-Lager. «Mit dem Entscheid den Grünstrom zu erhöhen, fördern wir erneuerbare Energien», so Trächsel. Mit zwei Enthaltungen und je zwei Ja- und Nein-Stimmen, musste Schlatter, der sich enthalten hatte, den Entscheid fällen und lehnte den Antrag ab.

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