Parkplatz
Oberdorf verzichtet nicht auf ein Verkehrsleitsystem

Das Parkregime der Weissenstein-Besucher in Oberdorf hat sich eingependelt. Mit Ausnahme von Grossandrangstagen am Berg. Hier fehlt der Wille zur Organisation.

Urs Byland
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Parkplatz oberhalb der Talstation in Oberdorf.

Parkplatz oberhalb der Talstation in Oberdorf.

Oliver Menge

Der Gemeinderat will nicht auf ein Verkehrsleitsystem verzichten, wie von der Seilbahn Weissenstein AG beantragt. Im zugrunde liegenden dreistufigen Verkehrskonzept ist die Rede von Überlaufparkplätzen bei der Migros Langendorf und ein Shuttle-Busbetrieb an publikumsintensiven Tagen. «Aber meines Wissens wurden noch keine Gespräche mit der Migros oder mit dem Busbetrieb geführt», so Gemeindepräsident Patrick Schlatter an der Sitzung.

Das Verkehrsleitsystem soll in der 3. Stufe greifen, wenn alle auf den Berg wollen. Als pièce de résistance werden die Schlitteltage genannt. An einem solchen Tag liess Oberdorf einmal eine Zählung durchgeführt. 600 Fahrzeuge wurden gezählt, die irgendwo im Dorf parkiert wurden.

In den Erfahrungen seit Inbetriebnahme der Gondelbahn sind sich Seilbahn Weissenstein AG und der Gemeinderat einig. Anfangs funktionierte das Konzept überhaupt nicht. Zu gross sei der Erfolg und damit die Hektik in diesen Tagen gewesen, zu mangelhaft die Organisation. «Nach eineinhalb Jahren Betrieb funktionieren Stufen 1 und 2 einigermassen zufriedenstellend», fasst Schlatter zusammen.

Aber Stufe 3 (starkes Verkehrsaufkommen) kann nicht funktionieren, weil es gar nie eingeführt worden sei. Die Seilbahn AG weist darauf hin, dass 2015 solche Grossandrangstage zu verzeichnen waren, aber 2016 bisher noch nicht. Sie fordert, in die Erweiterung der Parkplatzkapazität zu investieren, «als in Parkleitsysteme, die vielleicht 3- bis 4-mal im Jahr zum Einsatz kommen». Zudem seien auf dem Berg mit dem Kurhaus Umwälzungen zu erwarten. Diese sollten abgewartet werden.

Darauf ging der Gemeinderat nicht ein. Vor zwei Jahren sei die Einführung eines Verkehrsleitsystems mit ein Grund dafür gewesen, dass die Eröffnung der Gondelbahn nicht gefährdet wurde. Das Verkehrsleitsystem war das Zückerchen, welches in letzter Sekunde zum Rückzug aller Einsprachen gegen das Baugesuch für die Parkplätze im Tal führte. Das Verkehrsleitsystem wurde in der Baubewilligung beschlossen, allerdings aufgeschoben bis Ende 2016, mit der Möglichkeit, dass die Einwohnergemeinde auf deren Einführung verzichtet. Deshalb nun auch der Nichteinführungsantrag der Seilbahn AG.

Der Gemeinderat hat zudem bis Ende September Zeit, den definitiven Entscheid um ein Jahr zu schieben. Davon macht er Gebrauch. Das Zonenreglement geht von gesamthaft 395 Parkplätzen im Tal aus. Von einer allgemeinen Erweiterung im Tal könne nicht ausgegangen werden, so Schlatter in seinen Erwägungen. Die Seilbahn AG soll ihr Verkehrskonzept für die publikumsintensiven Tage bis Ende November überarbeiten, damit dieses als Versuchsbetrieb sofort umgesetzt werden kann. «Das ist auch eine Sicherheitsfrage.

Die Blaulichtorganisationen müssen durchfahren können.» Nach der Wintersaison wird analysiert, unter Mitwirkung der Anstösser. Erst danach soll über ein Verzicht entschieden werden.