Töff-Testtage
Ob Roadster oder Sofa auf Rädern - jedem Töfffahrer das Seine

Über das Wochenende standen im TCS-Zentrum in Derendingen Töff-Fans an, um die Saison-Neuheiten auszuprobieren. 250 Modelle konnten getestet werden.

Hans Peter Schläfli
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Töff-Testtage in Derendingen

Töff-Testtage in Derendingen

Hans Peter Schläfli
Der wichtigste Teil: Die Probefahrt auf öffentlicher Strasse.

Der wichtigste Teil: Die Probefahrt auf öffentlicher Strasse.

Hans Peter Schläfli

Einmal seinen Traum auf zwei Rädern fahren dürfen, sei es ein Sofa auf Rädern oder ein bis auf das Skelett reduzierter Roadster: Derendingen war über das Wochenende der Treffpunkt der Töffliebhaber in der Region. Alle wichtige Motorrad-Importeure waren ins TCS-Verkehrssicherheitszentrum gekommen, um ihre Neuheiten zu präsentieren.

Nicht weniger als 250 Modelle konnten ausprobiert werden. Trotzdem bildete sich bei manchen Ständen eine lange Schlange. Ein Zeichen für die Beliebtheit oder für schlechte Organisation? «Die Nachfrage ist gewaltig, wir haben konstant alle unsere Motorräder auf der Strecke», hiess es bei Ducati. Eine halbe Stunde anstehen zu müssen um eines der italienischen Kulträder fahren zu dürfen, das schien den Besuchern also nicht viel auszumachen.

Auch mit Elektroantrieb

Gut besucht, aber noch Potenzial

«Bei uns lernt man sein eigenes Verhalten und das des Fahrzeugs in kritischen Situationen kennen», erklärt Christoph Schlatter vom Touring-Club der Schweiz (TCS), was in den Kursen im Verkehrssicherheitszentrum (VSZ) in Derendingen vermittelt wird. «Die Sensibilisierung der Fahrer steht im Zentrum. Das Motto ist lernen durch erleben. Am Ende kommt es bei der Sicherheit immer auf zwei Dinge an: Geschwindigkeit und Abstand. Wer das verstanden hat, der fährt bereits bedeutend sicherer.»

Schlatter rechnet mit 2000 Personen, die an den Töff-Testtagen auf die TCS-Kurse aufmerksam gemacht werden können. «Leider machen weniger als zwei Prozent der Fahrzeuglenker noch einen Kurs, wenn sie erst einmal den Ausweis gemacht haben.» Klagen will man in Derendingen aber nicht. «Seit der Inbetriebnahme 2012 haben vor allem die Buchungen für Betriebsanlässe stark zugenommen. Unsere Kurse sind sehr gut besucht. Wir haben aber noch Spatzung gegen oben. Derzeit sind weniger als zehn Prozent unserer Kursteilnehmer Motorradfahrer.» (hps)

«Die Reichweite ist 120 Kilometer und die Batterie kann in zwei bis drei Stunden an jeder normalen Steckdose geladen werden. Dieser Roller ist ideal, um von Solothurn aus nach Biel, Bern oder Olten zur Arbeit zu fahren.» Der ökologisch vernünftige Roller hat nur einen Nachteil: Er kostet etwa 16'000 Franken, weil die Akkus so teuer sind.

Neu zwei Strecken – mit Radar

Sei es das tiefe Poltern einer Harley Davidson oder das metallische Ventilklicken einer Ducati mit offenem Luftfilter: Was für die Töfffahrer wie Musik in den Ohren klingt, ist für andere einfach nur Lärm. So sind im letzten Jahr einige Klagen der Anwohner der Teststrecke eingegangen. Deshalb wurden diesmal für Samstag und Sonntag zwei unterschiedliche, rund 18 Kilometer lange Strecken ausgesteckt.

«Wir sind hier um uns die Motorräder anzuschauen und zu geniessen», sagte Kantonspolizist Meyer, «nicht um Bussen zu verteilen. Aber obwohl wir deutlich darauf aufmerksam gemacht hatten, dass es auf der Teststrecke Radarkontrollen geben wird, ist einer innerorts mit 90 Stundenkilometern geblitzt worden.» Da gebe es keine Ausreden mehr, sagt der Polizist. «99 Prozent der Motorradfahrer sind vernünftig, aber wegen dem einen Prozent ist es wichtig, dass wir auch hier an den Töfftesttagen präsent sind.»

«Wir sind absolut glücklich mit dem grossen Aufmarsch an Besuchern», zog Reto Feurer, Geschäftsführer der Motopresse Schweiz AG, die als Herausgeberin des Magazins «Töff» das Treffen organisiert hatte, eine erste Bilanz. Zahlen konnte er aber noch keine nennen. «Die Leute sind glücklich, die Infrastruktur ist super und die Anbieter freuen sich über das gewaltige Interesse.»

Zwei Drittel aus der Region

Einen echten Töfffahrer selbst das bisschen Regen nicht abschrecken, der hat ein Kombi dabei. Meistens blieb es sowieso trocken. «Zwei Drittel der Töfffahrer kommen aus der Region mit einem Radius von etwa 50 Kilometern», beschreibt der Organisator den typischen Besucher. «Weniger als 10 Prozent haben mehr als 100 Kilometer zurückgelegt.» Und welches Motorrad hätte Reto Feurer am liebsten ausprobiert? «Oh, da gibt es einige. Wenn die Zeit gereicht hätte, dann den neuen R90 von BMW oder den Moto Guzzi California.»

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