Gerlafingen

Nutzung ausgedienter Neat-Hallen ungeklärt

Der Winkelbau soll auf dem Geralafinger Gewerbeland Zielmatten-Süd errichtet werden.

Der Winkelbau soll auf dem Geralafinger Gewerbeland Zielmatten-Süd errichtet werden.

Der Gemeinderat Gerlafingen hat eine Planungszone für das Gewerbeareal Zielmatten-Süd beschlossen. Was mit den Neat-Hallen passieren soll ist unklar.

Von Gewitterwolken, wie sie ein anwaltliches Schreiben mit verbalem Säbelrasseln verbreiten wollte, liess sich der Gemeinderat nicht beirren. Einstimmig entschied er, neben der Gestaltungsplanpflicht für etliche Parzellen das Gewerbegelände Zielmatten-Süd mit einer Planungszone zu belegen.

Damit setzt er die seit 2014 laufenden Vorarbeiten an der Ortsplanungsrevision fort. Deren Ziel bestehe darin, die Chancen der noch verfügbaren Bauflächen mit Blick auf die weitere Entwicklung der Gemeinde zu stärken und die Risiken einer Einzelinteressen dienenden Überbauung zu minimieren.

Dass das definierte Gewerbeland Zielmatten-Süd plötzlich in den Fokus des Interesses gerät, hängt mit der Absicht des Eigentümers zusammen, hier spontan erworbene Neat-Hallen der Gotthard-Baustelle als Winkelbau mit einer Länge von 120 Meter an der Ulmenstrasse und 65 Meter an der Grüttstrasse zu errichten. «Es ist nicht die Gebäudegrösse, die uns stört, sondern die ungeklärte Nutzung, wozu im Baugesuch vom 4. Mai jegliche Angaben fehlen», hielt Gemeindepräsident Peter Jordi. «Die Planungszone soll uns ermöglichen, dass wir
mit der Ortsplanungsrevision unsere Vorstellungen für dieses Gebiet weiter konkretisieren,» bekräftigte Jordi die von der gemeinderätlichen Begleitgruppe angedachte Realisierung einer Mischzone, die Gewerbe- und Wohnnutzung erlaubt.

Zudem unterliege das Gewerbeareal Zielmatten genauen Nutzungsauflagen. Lager- und Logistikunternehmen sind unzulässig, auch ein Baumarkt mit viel Publikumsverkehr ist nicht realisierbar. Vor allem aber soll, laut Jordi, die Planungszone dazu dienen, dass sich der Souverän im Räumlichen Leitbild, das im Sommer 2017 verabschiedet werden soll, mit der Weiterentwicklung des Dorfes beschäftigen kann. Diese Verfügung gemäss Planungs- und Baugesetz § 23 sei kein «Hüftschuss», sondern ein Ergebnis des bisherigen Ortsplanungsrevisionsprozesses, so Jordi.

Ab 1. Juli neuer Vizepräsident

Nachdem der bisherige Gemeindevizepräsident Christian Holderegger als Gemeindepräsident nach Uznach zieht, nominierte die SVP Thomas Wenger als Nachfolger. Da keine der anderen Parteien einen eigenen Kandidaten aufstellte, wählte der Rat den 53-jährigen Wenger einstimmig als neuen «Vize» für die Amtsperiode bis 2017.

Dem scheidenden Vize dankte Jordi für die vielgestaltige und intensive Mitarbeit in zahlreichen Gremien und bezeichnete dies als gute Lehre für sein künftiges präsidiales
Amt. «Aber jede Gemeinde ist eben doch anders.»

Kein Projekt «schritt:weise»

Der in der letzten Sitzung vertagte Entscheid zur Weiterführung des Früherziehungs- und Präventionsprojektes schritt:weise, das in Gerlafingen gegenwärtig fünf Familien betrifft, wurde nochmals kurz diskutiert. SVP und FDP lehnten angesichts der angespannten Finanzlage diesen rund 25'000 Franken kostenden Support für bildungsferne Familien ab. «Wir unternehmen hier in Gerlafingen viel für die Integration», hiess es.

Markus Müller(CVP), der namens seiner Partei dem Projekt zustimmte, regte an, den Zweckverband Mütter- und Familienberatung, den die Gemeinde alljährlich mit 60'000 Franken unterstützt, in derartige Aufgaben einzubinden. Mit 6:5 lehnte der Rat die Weiterführung von «schritt:weise» ab.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1