Fritz Lehmann engagiert sich seit vielen Jahren in der Gemeinde Bellach und er sass auch einige Jahre im Kantonsrat. Er ist kein Schreihals, aber auch keiner der seine Mitmenschen mit unkonventionellen Ideen mitreisst. Lehmann ist SVP-ler, grundsolide und bodenständig. Dass das Stimmvolk ihn als neuen Gemeindepräsidenten gewählt hat, honoriert sicherlich auch seine Arbeit der letzten Monate und Jahre. Lehmann ist zudem 62-jährig und es ist davon auszugehen, dass er nicht auf ewig auf dem Gemeindepräsidentensessel kleben bleibt.

Bellach ist eine bürgerlich dominierte Gemeinde. Die FDP besetzte das Gemeindepräsidium, seit es dieses Amt im Dorf zu besetzen gab. Dass das Präsidium nun an die SVP geht, dürfte die Partei schmerzen. Schon im Jahr 2015 erhielt die FDP einen Schuss vor den Bug. Damals versuchte die SP, die bürgerliche Bastion zu knacken. Und schon damals erreichte der Gegenkandidat einen Achtungserfolg, obwohl der inzwischen verstorbene Roland Stadler das absolute Mehr bereits im 1. Wahlgang schaffte und die FDP das Präsidium so weiterhin in ihren Reihen hielt.

Die FDP Bellach hat in den letzten Jahren Federn gelassen, Sitz um Sitz im Gemeinderat und so auch die absolute Mehrheit verloren. Will die Partei ihre tragende Rolle im Dorf auch künftig behalten, muss sie sicher über die Bücher gehen. Es reicht nicht, sich auf den bisherigen Erfolgen auszuruhen. «Tue Gutes und sprich darüber», wäre das passende Motto. Sprechen kann aber nur, wer sich rechtzeitig in der Öffentlichkeit präsentiert. Nur seriös im stillen Kämmerlein zu arbeiten, reicht heute nicht mehr aus.

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