Eine der drei Einsprachen sei sogenannt «vorsorglich», so Projektleiter Roger Dürrenmatt (Amt für Umwelt) und werde zurückgezogen, wenn alle Verträge mit der Einsprecherin bereinigt und unterschrieben seien. «Es hat zeitlich vor der öffentlichen Auflage noch nicht ganz für alles gereicht», erklärt Dürrenmatt.

Die anderen beiden Einsprachen seien von Privatpersonen eingereicht worden. «Ich gehe davon aus, dass wir auch dort eine für alle passende Lösung finden werden. Die Einspracheverhandlungen wurden bereits angesetzt und sollten Mitte August stattfinden.»

Information trägt Früchte

Das Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekt Emme, Wehr Biberist bis Aare, ist ein Mammutprojekt. Es umfasst einen Projektperimeter von 4,8 Kilometer Länge und kostet über 70 Mio. Franken. Vier Gemeinden und vier Bürgergemeinden sind betroffen, eine wichtige Rolle hat die Hiag Biberist AG, der das Gelände der ehemaligen Papierfabrik gehört, von wo aus ein Grossteil der Baustelle erschlossen werden soll.

Weiter sind etliche Anwohner vom Projekt betroffen. Für Dürrenmatt ist es deshalb ein Erfolg, dass es nur gerade drei Einsprachen gab. «Für den Kanton war klar, dass man vor der Projektauflage breit und offen informieren und kommunizieren muss.» Das habe nun offensichtlich Früchte getragen.

Die Informationstafeln, die entlang des betroffenen Emmeabschnittes aufgestellt waren, wurden öfters studiert, die öffentliche Fragestunde während der Auflagefrist war ebenfalls gut besucht. Die Anwohner wurden immer wieder informiert und es wurden Info-Flyer verteilt. Die Gemeinden und Bürgergemeinden wurden ebenso wie die Umweltverbände von Anfang an in das Projekt miteinbezogen.

Dürrenmatt hofft, dass der Regierungsrat die Planung noch heuer genehmigen kann. Schon im September sollte der Kantonsrat den Kredit sprechen. Im Februar 2016 stimmt das Volk darüber ab. Die Bevölkerung erkannte bisher die Notwendigkeit dieser Hochwasserprojekte unbestritten und sie wurden allesamt mit einem grossen Mehr angenommen.

Voraussichtlich 2022 fertig

«Schon im April 2016 möchten wir mit dem Rückbau der Abwasserreinigungsanlage auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik beginnen», erklärt Dürrenmatt. Danach würden die drei Deponien saniert. Zirka im Frühling 2018 beginne dann der eigentliche Wasserbau. Dieser wird in drei Etappen aufgeteilt. Mit der Fertigstellung wird Ende 2022 gerechnet. «Je nach Wetter und der Kapazität der Unternehmungen, die die Arbeiten ausführen, kann es auch schneller gehen», so Dürrenmatt.

Die Informations-Arbeit geht Roger Dürrenmatt sicher nicht aus. «Wenn die Deponiesanierungen und der Wasserbau losgehen, werden wir Bäume roden. Das ist zwar auf den Plänen ausgewiesen, aber das haben viele bis dann schon wieder vergessen.» Auch da lohne es sich, die Anwohner im Voraus aufmerksam zu machen.