Aeschi

Nur die Gastgeber durften nicht mithornussen

Das Dorf stand ganz im Zeichen der Hornusser – rund 2000 von ihnen kamen. Der Sieg im Verbandshornussen ging sowohl im Team wie im Einzel an Zuchwil

Die Einzigen, die am eigenen Teilverbandsfest und Interkantonalen nicht mithornussen dürfen, sind die gastgebenden Mannen von der HG Aeschi. Man stelle sich die Olympischen Spiele in Rio vor und kein Brasilianer ist dabei, weil sie den Parkdienst organisieren oder hinter der Bar Bratwürste und Bier ausschenken müssten. «Bei uns ist das eben so – jemand muss ja schliesslich arbeiten», sagt Roland Stampfli vom OK. Ein OK, welches erstmals seit 1964 Aeschi wieder zu einem Schauplatz versammelter Nousser-Massen macht. Auf dem Programm stand am ersten Wochenende das Verbandshornussen des Nordostschweizer Zweckverbandes. Nächstes Wochenende gehts weiter (siehe Artikel links).

Freude bei Freudiger

Der Sieg in der 1. Stärkeklasse ging an Zuchwil. Favoritensieg ja, weil die Wasserämter ein NLA-Team sind. Favoritensieg nein, weil es mit Recherswil-Kriegstetten und Lyss zwei andere NLA-Teams im Verbandsgebiet gibt. Recherswil-Kriegstetten beendete die Meisterschaft heuer hinter den alles überragenden Equipen von Wäseli und Höchstetten auf Platz drei. «Wir hatten beim Abtun Pech in der Meisterschaft, darum ist dieser Sieg nun die Entschädigung», freut sich der Zuchwiler Daniel Freudiger. Der 28-jährige Forstwart aus Heinrichswil trug mit seiner herausstechenden Einzelleistung massgeblich zum Triumph seiner Mannschaft bei. Mit einem 24er-Schnitt über sechs Streiche, was 340 Meter pro Streich entspricht, deklassierte der Weitschläger die Konkurrenz. «Wenn ich in zwei Jahren auch so schlage, habe ich die Chance auf den Königstitel», sagt Freudiger. Nichts weniger ist das Ziel des Silberkranzgewinners am «Eidgenössischen» 2015 in Limpach. Der Winistörfer, der in der NLA heuer fünftbester Weitschläger war, hornusst seit 2012 in Zuchwil, wo er auf starke Teamkollegen trifft.

Grosser Name am Stecken

Zu Letzteren gehört Silvan Binggeli. Ein 17-jähriger Teenager, der in «Stratosphären-Pingpong-Kreisen» einen klingenden Namen trägt. Sein Vater Rolf und dessen Brüder Heinz und Manfred waren in den 90er-Jahren quasi Teil der Nationalmannschaft, wenn es denn eine solche gegeben hätte. Die Binggelis machten die HG Zuchwil seinerzeit zu einem Real Madrid auf dem Ries. «Es gibt schon Leute, die denken, dass ich nun automatisch auch so gut sein muss», sagt Silvan. Der Metallbau-Lehrling lässt sich indes nicht beirren und bleibt betont cool. «Ich nehme es, wie es kommt.» Und es kommt prima. Schon im ersten Jahr nach seiner Junghornusser-Zeit mischt Silvan Binggeli an vorderster Front mit.

In Aeschi reichte es dem Derendinger, der früher beim FC kickte, mit der gleichen Weite wie dem Zweitplatzierten zum dritten Rang. Damit sicherte sich der junge Solothurner Spitzenhornusser eine Glocke als Preis für den Podestplatz. «Es ist super, dass ich gleich im ersten Jahr bei den Aktiven so weit vorn mitmischen kann», sagt Binggeli. Solches nährt die Motivation. Mit dem Team hat er sich in Aeschi seinen ersten Verbandsmeister-Titel gesichert. Um auch in Zukunft die Hornusser das Fürchten zu lehren, wird Silvan Binggeli im Winter mit den Schwingern des Schwingklubs Solothurn mittrainieren. «Man hat mir das Angebot gemacht», sagt Binggeli. Wenn man andere das Fürchten lehren will, kann es nicht schaden, mit Bösen zusammenzuarbeiten ...

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