Zur abgelaufenen Auflage der revidierten Ortsplanung sind 25 Einsprachen eingegangen, wie Bauverwalter Jürg Vifian mitteilt. «Einige Einsprachen sind eher als Hinweise zu betrachten», erklärt Vifian. So würden zirka 20 Einsprachen übrig bleiben. Auf den Inhalt der Einsprachen will er zu diesem Zeitpunkt nicht weiter eingehen. Es gelte nun, in den Verhandlungen die meisten Einsprachen aus dem Weg zu räumen.

Die revidierte Ortsplanung von Bellach weist einige Knackpunkte auf, wie die Vorprüfung beim Kanton ergab. Das Leitbild rechnet mit einer Bevölkerungsentwicklung von heute 5350 auf 6000 Einwohnerinnen und Einwohner in der kommenden Planungsperiode bis 2033.

Die theoretische Berechnung des «Fassungsvermögens» der Gemeinde Bellach im Zeitraum, den die revidierte Ortsplanung abdeckt, kommt auf 5750 Einwohner. Ausgeklammert bleibt in dieser Berechnung aber die Anzahl der künftigen Bewohner von Bellach Ost.

Laut Kanton müssen diese in der Berechnung nicht berücksichtigt werden, weil es sich um ein kantonales Entwicklungsgebiet handelt. Für Vifian kein Problem: «Wir rechnen in Bellach Ost mit Wohnbauten für 600 Bewohner über die nächsten zwei Ortsplanungsperioden. Zudem ist das auch etwas Zahlenakrobatik. So wird beispielsweise das Verdichtungspotenzial niemals ausgeschöpft werden», ist der Bauverwalter überzeugt.

Kritisches Begehren

Zur Auflage kam ein Ortsplan mit etlichen Einzonungsbegehren. Dies auch, weil der Kanton Bellach als urbane Gemeinde eingestuft hatte, die einen geringen Anteil unbebaute Bauzonen aufweist. Dennoch: Auf Einzonungsbegehren reagiert der Kanton aktuell eher zurückhaltend, solange der kantonale Richtplan nicht vom Bund genehmigt ist.

Einzonungen sind aktuell nur möglich, wenn im Gegenzug andernorts ausgezont wird. Auf die Kritik des Kantons in der Vorprüfung zur Einzonung des Gebietes Henzirain hat die Spezialkommission Ortsplanungsrevision nach eingehender Diskussion beschlossen, diese Einzonung trotzdem zu versuchen. Dabei wurde die Einzonung der «Spezialzone Terrassensiedlung» zugeordnet.

Im Gegenzug wurden zwei Grundstücke der Bürgergemeinde in der Wohnzone W2 ausgezont. Begründet wird dies laut Gemeinderats-Protokoll vom 30. Mai so: «Es besteht für diese Grundstücke keine Bereitschaft für eine Bauverpflichtung.» Aber zwischen der Bürgergemeinde und den Eigentümern des Henzirains würden Verhandlungen über einen entsprechenden Landabtausch stattfinden.

Dazu Bauverwalter Jürg Vifian heute: «Entsprechende Verhandlungen sind nicht zustande gekommen. Zur Einzonung Henzirain und Auszonung von Bürgergemeindeland sind denn auch Einsprachen eingetroffen.»

Weitere Einzonungsbegehren

Keine Opposition könnte die Einzonung des Gebietes Mühlacker erfahren. Einsprachen gab es nicht, und der Kanton hat sich in der Vorprüfung wohlwollend geäussert, falls eine angemessene Dichte angestrebt wird.

Die Spezialkommission versucht, dieser Forderung entgegenzukommen mit ihren Vorgaben von einem Landanteil von maximal 500 Quadratmetern pro Wohneinheit sowie Gestaltungsplanpflicht.

Weiter hat die Spezialkommission vorgeschlagen, zwei Höfe einzuzonen, welche noch in der Landwirtschaftszone respektive Reservezone liegen, sowie den ehemaligen Bahnhof. Der Gemeinderat hatte diese Empfehlungen genehmigt.

Wenig Einsprachen

Ob der Kanton diese Einzonungen aber auch goutiert, wird sich weisen. Nach den Einspracheverhandlungen wird der Gemeinderat die revidierte Ortsplanung zuhanden des Kantons verabschieden. Erst nach der Zustimmung durch den Regierungsrat wird die revidierte Ortsplanung Gültigkeit erhalten.

«Eigentlich sind wir überrascht, wie wenig Einsprachen eingetroffen sind», zieht Jürg Vifian Fazit. Er habe das Gefühl, dass in den allermeisten Fällen eine Einigung möglich sein wird.