Günsberg
Nun werden die Ideen sortiert und zum Leitbild zusammengefasst

Mit dem öffentlichen Workshop wurden Ideen für das Räumliche Leitbild von Günsberg gesammelt.

Gundi Klemm
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Wie entwickelt sich die Gemeinde Günsberg weiter?

Wie entwickelt sich die Gemeinde Günsberg weiter?

Yves Wälchli

«Wir wissen es alle: es geht um unser Dorf.» So werde die Arbeit am Räumlichen Leitbild nicht zur trockenen Materie, sagte Gemeindepräsident Thomas Jenni und begrüsste 40 Einwohnerinnen und Einwohnern sowie die beiden Planer Reto Affolter und Ladina Schaller zum Workshop in der Turnhalle. «Das motiviert uns alle zur Weiterarbeit», erklärte Jenni im Namen der siebenköpfigen Arbeitsgruppe Leitbild.

Die perfekte Einstimmung auf den Anlass ermöglichten sechs Plakate, auf denen sich die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Primarschulklasse mit Nachteilen, Vorzügen und Visionen für ihr Dorf auseinandergesetzt hatten.

Schriftlich und mit Fotos hatten sie dokumentiert, was ihnen ge- oder missfällt. «Was wir jetzt planen, wird als Räumliches Leitbild unsere jetzigen Jugendlichen in den nächsten Jahrzehnten begleiten», begründete Reto Affolter deren Mitwirkung. Das Räumliche Leitbild ist behördenverbindlich und die obligatorische Grundlage für eine Ortsplanungsrevision.

Bisher behutsame Entwicklung

Ladina Schaller gab anhand von Karten einen Überblick, wie sich das heutige, 1159 Einwohner und aktuell 550 Wohnungen zählende Günsberg, über Streusiedlung und Strassendorf entwickelt hat. Gegenwärtig wohnen 71 Prozent der Bevölkerung, die in den letzten 10 Jahren kaum gewachsen ist, in Einfamilienhäusern.

Im anschliessenden Stärken- und Schwächenprofil entstand ein Bild des Ist-Zustandes. Geschätzt werden Ruhe, Lage, Aussicht, die eigene Schule im Dorf, Werkhof, Volg-Laden mit angegliederter Postagentur und vor allem der menschliche Zusammenhalt in der Gemeinde, in der man einander noch kenne.

Zu den Schwächen gehören die neue Antenne, gegen die sich die Bevölkerung mit dem Verein Gomas lange wehrte, die hohen Steuern, das Fehlen von Alterswohnungen, der nach 20 Uhr nicht mehr stattfindende öffentliche Verkehr, der schlecht unterhaltene Dorfkern, der keinem wirklichen Zentrum entspreche, der uralte Kinderspielplatz, Individualverkehr durchs Dorf und auf den Balmberg wie auch Sicherheit auf den Strassen und insbesondere auf dem Schulweg.

Besagte Antenne

Besagte Antenne

Urs Byland

Weichen für die Zukunft

Ideen und Anregungen der Workshop-Beteiligten bilden die Grundlage für den Entwurf zum Räumlichen Leitbild, mit dem Arbeitsgruppe und Gemeinderat sich in den nächsten Wochen beschäftigen werden. Dicht übersät mit schriftlich skizzierten Wünschen zeigten die fünf Plakate zu den Themen Bevölkerung und Arbeitsplatz, Siedlung, Mobilität, Verkehr, Infrastruktur, Grünraum und Umwelt ein ergiebiges Bild an Verbesserungsvorschlägen.

Das reichte von Kleingewerbe, Vereine oder verdichtetes Wohnen fördern bis zu Dienstleistungen im Dorf sicherstellen oder wieder regelmässig die Dorfzeitung Günsberger «Hirsch» herausgeben. Erwähnt wurden erneuerbare Energien, die Strassenbeleuchtung, die mit Bewegungsmelder gesteuert werden könne, oder das Vernetzungsprojekt Unterleberberg sowie mehr Ökologie in der Landwirtschaft.

«Wir müssen die schöne Landschaft hier noch besser erlebbar machen», zeigten etliche Vorschläge zu Fusswegnetz, Höhenweg und Sorge um Wildtiere. Manche Anregung wie etwa das Schliessen von Baulandlücken oder das Verbot, Grundstücke zu horten, setzte auch kontroverse Überlegungen in Gang. Denn viele Bewohner schätzen beispielsweise den grosszügigen Umschwung.

In mehreren Aspekten fanden das Ortsbild und die Aufwertung des Dorfkerns Erwähnung und hierbei besonders das 170 Jahre alte, wenig ansehnliche Schulhaus. Zu hören war am Rande der Veranstaltung, dass sich bei diesem Objekt endlich die Chance zu generationenübergreifender Wohnnutzung ergibt.

Günsberg, so lautete das Fazit, will für die gesamte Bevölkerung attraktiv bleiben, die Wohnqualität erhalten, nicht zur Dienstleistungswüste verkommen und einwohnermässig langsam wachsen. Ob allerdings Platz und Bauparzellen für 1500 Einwohner vorhanden sind, wird sich zeigen.

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