Der Gemeinderat hat vergessen zu applaudieren, nachdem er einstimmig entschied, die Ortsplanungsrevision dem Regierungsrat zur Genehmigung vorzulegen. Einen Moment lang blieb die Zeit im Gemeinderatssaal stehen. Wohl alle liessen kurz die lange Geschichte dieses Geschäfts in Gedanken Revue passieren, die vielen Sitzungen, die unzähligen Diskussionen, Erwägungen, Visionen, Enttäuschungen oder Erfolge und glaubten im ersten Moment zu träumen. Aber es war entschieden.

Nun liegt es in den Händen des Regierungsrates, das Werk zu genehmigen, das 2011 mit der Bildung einer Spezialkommission und 2012 mit der Auftragsvergabe seinen Anfang nahm. In den letzten Monaten wurde es nach aussen eher ruhig um die Ortsplanungsrevision. Aber nach der Auflage im Sommer mussten zehn Einsprachen verhandelt werden.

Die letzten Einsprache-Entscheide zur Ortsplanungsrevision traf der Gemeinderat Minuten vor dem wegweisenden Entscheid. Nun kann das Werk, das die nächsten 15 bis 20 Jahre die Ortsentwicklung von Riedholz (ohne Ortsteil Attisholz) mitbestimmen wird, dem Regierungsrat vorgelegt werden.

Nochmals Mitwirkung

Noch lange nicht so weit ist der Gemeinderat beim Thema Verkehrssicherheit in den Quartieren. Hier wurde vor sieben Jahren eine Schwachstellenanalyse durchgeführt. «Davon wurde nichts umgesetzt, und die Bevölkerung immer wieder vertröstet», erklärte Beat Graf (SP). In der Zwischenzeit würden auch Begehren aus den Quartieren auf dem Tisch liegen. «Genug Material um loszulegen», fand beispielsweise Michel Aebi (FDP).

Auch Martin Reber (CVP) will gleich starten, und in erster Priorität die Schulwege sowie die Verbindungen zwischen den Dorfteilen sicherer gestalten. Sandra Morstein (SP) ist nicht überzeugt davon gleich loszulegen. «Es fehlt die Gesamtsicht. Man muss den Leuten auch sagen, was möglich ist und was nicht.» Mit der Ortsplanungsrevision würden in den nächsten Jahren etliche Erschliessungen gestaltet. «Ich finde es gut, dies mit der Bevölkerung zu tun», erklärte Gemeindepräsidentin Jasmine Huber (FDP).

Der Vorschlag der Planungskommission geht dahin, eine Zusatzschlaufe mit der Bevölkerung zu machen. Anfang 2019 wird ein Mitwirkungsanlass stattfinden. An diesem sollen die Bewohner der einzelnen Quartiere jeweils gemeinsam überlegen können, was in ihrem Quartier gemacht werden müsste. Beat Graf begründet diesen Zwischenschritt damit, dass man nicht mit einem pfannenfertigen Projekt vor die Bevölkerung treten will. «Die Gefahr ist zu gross, dass das Projekt zerfleddert wird.» Er setze auf die Mitwirkung, die Einbindung der Bevölkerung, was auch Michael Järmann (FDP) unterstützte: «Ich bin für die Mitwirkung auch wegen einem sozialen Aspekt. Direkt betroffene Gegner und Befürworter von einzelnen Massnahmen können sich austauschen.» Der Vorschlag der Planungskommission fand eine Mehrheit von 5 Ja- gegen 2 Nein-Stimmen.

Kreuzung Hinterriedholz

Als unglücklich empfand der Gemeinderat das Vorgehen des Amtes für Verkehr und Tiefbau (AVT) in Sachen Sanierung Kreuzung Hinterriedholz. Das AVT habe die Ampellösung aus der Schublade gezogen und etwas angepasst. Eine Kreisellösung sei nicht in Erwägung gezogen worden, weil der Abstand zu den Geleisen des Bipperlisi zu gering sei.

Zudem habe man die Velofahrer vernachlässigt. So schreibt die Planungskommission in ihrer Stellungnahme zum AVT-Vorschlag, dass eine unabhängige Überprüfung und Beurteilung des Projektes unter dem Aspekt der Strassenverkehrssicherheit durchgeführt werden soll. Dies sei ohnehin eine Empfehlung des Bundesamtes für Strassen bei solchen Projekten.

Weiter fordert die Planungskommission vorgängig eine Simulation der Verkehrsströme, um zu gewährleisten, dass die vorgeschlagenen Verkehrsmassnahmen überhaupt sinnvoll und nachhaltig seien. Unklar sei zudem, ob im AVT-Projekt die Verkehrszunahmen durch Biogen, Vigier (Kiesabbau), Attisholz Nord sowie den Viertelstundentakt des Bipperlisi bereits berücksichtigt sind. Der Gemeinderat übernimmt die Stellungnahme der Planungskommission mit leichten Ergänzungen einstimmig und wird diese dem AVT zukommen lassen.