Viele Inputs konnten dadurch schon in die Planung aufgenommen werden. Susanne Asperger von Raumplanung und Städtebau hält aber auch fest: «Wichtig ist, dass man sieht, dass zwar der Gemeinderat die Planungsbehörde und die Gemeinde verantwortlich ist, der Spielraum vielerorts aber eng ist.»

Damit es den neuen Anforderungen der übergeordneten Gesetzgebung entspricht, wurde das Zonenreglement komplett überarbeitet. Der wichtigste Punkt betrifft die Ausnützungsziffer. Denn in den neuen Zonierungen ist deren Festlegung nicht mehr zulässig. Im neuen Zonenreglement wird stattdessen mit der Überbauungsziffer das Mass für jede Zone festgelegt. Diese könne man sich wie eine Sandform vorstellen. Der Abdruck, den die Form hinterlässt, entspricht der Überbauungsziffer. Sie bildet somit das Verhältnis der überbauten Fläche zum gesamten Grundstück.

Haushöhe wird neu bemessen

Eine Änderung betrifft die Bemessungsweise der Gebäudehöhe. Früher sei eine Gebäudehöhe vom gewachsenen oder tiefergelegten Grundstück gemessen worden. Neu erfolgt dies nur noch vom gewachsenen Terrain aus. «Während dies bei einem ebenen Siedlungsgebiet kaum eine Rolle spielt, ist es bei einer hanglagigen Gemeinde wie Oberdorf massgebend», erklärt Asperger. Denn unter Umständen könnten dadurch ein bis zwei Meter mehr in die Höhe gebaut werden. Ohne eine Anpassung der Vorschriften hätte dies somit höhere Bauten zur Folge. «Bei der Ausarbeitung des Leitbildes wurde ersichtlich, dass eine gewisse Verdichtung zwar erwünscht ist, diese aber nicht primär in die Höhe erfolgen soll», so Asperger. In allen Zonen wurden deshalb die Geschosszahlen, Gebäudehöhen sowie die Gebäudelänge auf der Basis von Analysen überprüft und neu festgelegt. Für die Gebäudehöhe bedeutet dies, dass sich die Planung an den bereits bestehenden Bauten der jeweiligen Quartiere orientiert. Das übergeordnete Ziel der inneren Verdichtung soll durch das Ermöglichen grösserer Gebäudelängen zustande kommen.

Baulinie in 4 Meter Abstand

Das Baugebiet von Oberdorf gilt als mehrheitlich erschlossen. Lediglich bei dreien Anlagen ist ein Ausbau vorgesehen: Die Fusswegverbindung Geisshubelweg–Walkerstrasse, die Anpassung Fuss- und Radweg bei der Verbindung Fallernweg–Rüttenenstrasse sowie eine Verlängerung der Wildbachstrasse. «Diese Ausbauprojekte sind jedoch nicht völlig neu, sondern orientieren sich an den heutigen Planungen», erklärt Planer Christian Sigrist. Einen massgeblichen Bestandteil des Erschliessungsplanes machen dafür die Baulinien aus. Diese waren auf dem Gemeindegebiet bis anhin uneinheitlich gehalten worden. Neu werden die Baulinienabstände zu den Gemeindestrassen generell bei 4 Meter festgelegt. Im Bereich des Ortskerns wurden nur entlang der Hauptstrasse Gestaltungslinien festgelegt, damit das typische Bebauungsmuster auch zukünftig sichergestellt werden kann.

Übernahme von Privatstrassen

Ein von den Planern intensiv diskutiertes Thema betrifft die Übernahme von Privatstrassen durch die Gemeinde. Hierfür wurde zusammen mit den Gemeindevertretern festgehalten, unter welchen Bedingungen eine Übernahme infrage käme. Nebst Mindestbreite, Wende- oder Kreuzungsmöglichkeiten sowie einer bestehenden Entwässerung und Beleuchtung muss zudem eine Baulinie definiert werden können. «Die Strasse sollte ausserdem in einem akzeptablen Zustand sein, damit die Gemeinde nicht sofort investieren muss, und die Übergabe hat unentgeltlich zu erfolgen», sagt Sigrist. Im Gemeindegebiet erfüllt mit dem Haselweg bisher nur eine einzige Privatstrasse diese Anforderungen. Ob eine Übernahme aber letztlich tatsächlich ein Thema wird, sei dann Bestandteil von separaten Verhandlungen.