Zuchwil
«Noldy’s» Zukunft ist dem Gemeinderat nicht egal

Der Zuchwiler Gemeinderat und die Bürgergemeinde überlegen sich den Kauf der Liegenschaft «Noldy’s».

Urs Byland
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Die Liegenschaft könnte vielfältig genutzt werden.

Die Liegenschaft könnte vielfältig genutzt werden.

Hanspeter Bärtschi

Zentraler könnte die Liegenschaft der früheren Bierhalle, heute «Noldy’s», nicht liegen. Etliche Zuchwilerinnen und Zuchwiler verknüpfen mit dem Treffpunkt Erinnerungen, sei es wegen irgendeiner Versammlung, den Lottomatches, dem Poltern der Holzkugeln auf der angrenzenden Kegelbahn, wie es Gemeindepräsident Stefan Hug formuliert, oder dem Genuss eines Bieres im Wintergarten oder draussen im Freien. Die Liegenschaft gleich neben der Gemeindeverwaltung steht zum Verkauf. Grund genug, sich auch vonseiten der Behörden Gedanken zu machen, findet der Gemeindepräsident. Zumal sich auch schon die Bürgergemeinde dahingehend äusserte, dass ihr die Zukunft des «Noldy’s» am Herzen liege.

Der Gemeinderat müsse sich aus strategischen Gründen allenfalls gar einen Kauf überlegen. Dadurch könnte das gesamte Areal mit Gemeindehaus, Pisonischulhäusern und Lindensaal arrondiert werden. Verwendungszwecke gebe es viele, von Nutzung der Liegenschaft für die Spitex oder einen anderen Verwaltungsdienst bis zu Umgestaltung der Immobilie in einen Kindergarten oder in ein Hotel. Davon wollte die SVP nichts wissen. «Es ist nicht Aufgabe der Gemeinde, Immobilien zu kaufen. Wir wollen kein neues Risiko», erklärte Silvio Auderset. Beatrice Schibler (SP) stimmte im Grundsatz zu. «Aber es gehört zur Aufgabe der Gemeinde, zum Ortsbild zu schauen.»

Dazu gehöre die frühere «Bierhalle». Diese soll ein Treffpunkt bleiben, weshalb Verhandlungen aufgenommen werden sollen. Sie betonte den Aspekt der Arrondierung ebenso wie Bruno Ziegler (FDP) oder Daniel Grolimund (CVP): «Es macht Sinn, sich über die Zukunft der Liegenschaft Gedanken zu machen.» Diese habe nicht nur als Treffpunkt Potenzial, so Grolimund. Auch Patrick Marti (SP) kann sich einen Kauf vorstellen: «Obwohl wir uns aus Sicht der Gemeindefinanzen aktuell eher mit Verkäufen von gemeindeeigenen Liegenschaften beschäftigen. Damit Zuchwil weiterhin attraktiv bleibt, müssen wir uns Gedanken zur Zukunft des Hauses machen.» Am besten wäre es, so Marti, die Bürgergemeinde kaufe die Liegenschaft. Sein Parteikollege Heinz Schaller will dagegen kein Haus auf Vorrat kaufen.

Die Suche nach einem neuen Pächter oder Käufer hat die Eigentümerin, Klara Arnold, dem Gastronomiefachmann Thomas Poschung, Activ Gastro Solothurn, übertragen. Dieser besuchte auf Einladung die Gemeinderatssitzung und berichtete im entsprechenden Traktandum: «Der Besitzerin ist es nicht gleichgültig, wer die Liegenschaft kauft. Sie können es beeinflussen.» Der Gemeinderat einigte sich darauf, das Geschäft gemeinsam mit der Bürgergemeinde weiterzuverfolgen. Die Arbeitsgruppe Immobilien soll die Abklärungen treffen und den Gemeinderat informieren. Mitentscheidend wird der Preis der Liegenschaft sein. Gemunkelt wird von einem möglichen Preis von zirka 1,7 Mio. Franken für Restaurant (50 Plätze), Wintergarten (40), Saal (80), Kegelbahn (20), Terrasse (50), eine 51⁄2-Zimmer-Wohnung, weitere Räumlichkeiten und 8 Parkplätze.

Verwaltungsrat bleibt ein Jahr

Der Gemeinderat genehmigte einen Zusatzkredit von 175 000 Franken für die Sanierung und Neubau des Kindergarten Amselweg. Den Kostensprung von genehmigten 220 000 auf neu 395 000 Franken begründete Peter Baumann, Leiter Bau und Planung, mit dem Bau eines zusätzlichen Gebäudes mit zwei Zimmern für Zusatzunterricht, einer gedeckten Passerelle und Kosten für den Architekten. Die beiden Zimmer können aus funktionalen Gründen nicht an den bestehenden Kindergarten angebaut werden. Der Kredit wurde mit 18 Ja-Stimmen bei 4 Enthaltungen gesprochen.

Die künftige Zusammensetzung des Verwaltungsrates ist eines der Themen der Task Force Sportzentrum Zuchwil. Das Jahr Verlängerung für den Verwaltungsrat inklusive Präsidium ist abgelaufen. Die Task Force empfiehlt ein weiteres Jahr anzuhängen. Denn unklar ist die künftige Vertretung durch die Gemeinde im Verwaltungsrat, einerseits weil eine Reduktion des Gemeinderates diskutiert wird, andererseits weil die künftige Rechtsform des Sportzentrums zur Diskussion steht. Der Gemeinderat hat die nochmalige Verlängerung gutgeheissen. Die Task Force soll sich in ihren Überlegungen aber nicht mehr mit dem aktuellen Modell beschäftigen. Aktuell bilden mit einer Mehrheit von Gemeinderäten zusätzlich zwei externe Persönlichkeiten den Verwaltungsrat des Sportzentrums. Die Task Force soll die Szenarien «Gemeindepolitische Dominanz ohne Exekutivmitglieder» sowie «Fachliche Dominanz» weiter entwickeln.