Mit der Frage «Wie weiter im Durstigen Wanderer?» setzte sich der Gemeinderat intensiv auseinander. Offenbar hatte sich in den letzten Monaten kein Bewerber gefunden, der die Wirtschaft im Feldbrunner Gemeindehaus angemessen hätte weiterführen können. Dazu Gemeindepräsidentin Anita Panzer (FDP): «Wir haben im letzten Jahr unzählige Gespräche geführt und das Restaurant x-mal gezeigt. Hoffnungen haben sich immer wieder zerschlagen, potenziell gute Gastgeber sind abgesprungen, bevor ihnen die Umbaupläne präsentiert wurden oder auch danach. Am Donnerstag hat sich ein Pächterteam vorgestellt, das den Gemeinderat als Gastgeber aber nicht zu überzeugen vermochte.»

Mit dem Start zu einer Ideensammlung prüft der Rat nun weitere Nutzungsmöglichkeiten und Varianten für die Räumlichkeiten. Nach wie vor sei ein Restaurantbetrieb keinesfalls ausgeschlossen, hiess es dazu.

Fehlende Mieteinnahmen

Keine Steuererhöhung für die Feldbrunner Steuerpflichtigen will der Gemeinderat mit dem Budget 2018. Natürliche Personen bezahlen weiterhin 65 Prozent, juristische 55 Prozent der Staatssteuer. Mit diesen Einnahmen ist das Budget 2018 mit Ausgaben und Einnahmen von 5,4 Mio. Franken bei einem kleinen Ertragsüberschuss von 26'000 Franken «in trockenen Tüchern».

Im Budget enthalten sind verschiedenste Zuwendungen. Laut Finanzverwalterin Isabella Howald resultierte in der Haushaltsplanung zuerst ein Ertragsüberschuss von 43'000 Franken, der sich aber durch auch im kommenden Jahr fehlende Mieteinnahmen aus dem Restaurant «Durstiger Wanderer» im Liegenschaftsbereich reduzierte.

Sozialausgaben kritisiert

Der Rat beauftragte Susan von Sury (CVP), als kommunale Delegierte beim regionalen Sozialdienst Mittlerer und Unterer Leberberg (SDMUL)Wahlvorschlägen und Budgetantrag an der kommenden Delegiertenversammlung zuzustimmen. Feldbrunnen beteiligt sich am Zweckverband mit Zahlungen von 462 000 Franken. «Erhalten wir dafür irgendeinen Gegenwert?» fragte Urs Schweizer (FDP) als Ressortleiter Finanzen der 983-köpfigen Gemeinde. Unter dem Titel «Schröpfen um jeden Preis» finde eine unentwegte Umverteilung statt, die zur Überbeanspruchung der Solidarität führe, machte er seinem Unmut Luft. Schweizer plädierte dafür, die Vertragsdauer mit SDMUL zu überprüfen und sich gegebenenfalls einer anderen Regionalorganisation anzuschliessen.

Gemeindepräsidentin Anita Panzer machte Schweizer darauf aufmerksam, dass das Sozialgesetz die Einwohnergemeinden verpflichtet, sich in Sozialregionen von mindestens 12 000 Einwohnern zusammenzuschliessen. Die Aufwendungen im Bereich der Sozialhilfe und der Vormundschaft würden über einen Lastenausgleich auf alle Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons, nicht der Sozialregion, verteilt. Gleichzeitig forderte Schweizer, die Verträge aller Zweckverbände, die Feldbrunnen abgeschlossen hat, unter die Lupe zu nehmen.

Pflichtenheft für die FIKO

Vorgänge in Nachbargemeinden, wo sich die Finanzkommission (FIKO) öffentlich kritisch über finanzpolitische Vorhaben geäussert hatte, veranlassten den Rat zu einem Gegenlesen des Pflichtenheftes, das der frühere Gemeinderat bereits abgesegnet und die neue FIKO überarbeitet hatte. Im Grundsatz werden darin alle Prozesse geklärt und Kompetenzen zugeordnet.

Die Finanzkommission wird bei allen Fragen in der Finanzverwaltung und im Rat als «beratendes und unterstützendes Organ» – auch in Abstimmung mit der Revisionsstelle BDO tätig. Doch die Entscheidungs-Hoheit liege im Gemeinderat, der die FIKO beauftrage, unterstrichen Stimmen im Rat. Nach temperamentvoller Aussprache zu einzelnen Begrifflichkeiten verabschiedete der Rat das Pflichtenheft einstimmig.