Eine überaus erfolgreiche Rechnung 2017 konnte an der Gemeindeversammlung in der Dorfhalle nicht verhindern, dass Fragen zur Verwaltung gestellt wurden. Gemeindepräsident Norbert Häberle gelang es aber, mit seinen Antworten die Situation nachvollziehbar zu beschreiben.

Das Grundproblem ist nach wie vor, dass die ehemalige Gemeindepräsidentin Erika Pfeiffer viel Aufwand zugunsten der Gemeinde leistete – unentgeltlich – und so die Verwaltung entlastete. Häberle hatte schon an der letzten Gemeindeversammlung erklärt, dass er diesen zusätzlichen Aufwand nicht in diesem Ausmass leisten kann. Damals wurde die Gemeindeversammlung orientiert, dass zur professionellen Betreuung des Finanz- und Rechnungswesens der externe Treuhänder Thomas Beer mandatiert wurde.

Die Vorgehensweise des Gemeinderates wurde nun an der aktuellen Gemeindeversammlung kritisiert. «Es gibt auch noch andere Treuhänder im Dorf. Die Stelle wurde nie ausgeschrieben, das geht nun schon seit Jahren so.» Häberle stimmte dem zu, wies aber darauf hin, das man auslote, was, wie machbar sei. «Das haben wir im Gemeinderat diskutiert. Das Mandat ist auf ein Jahr befristet, damit wir sehen können, ob es funktioniert», so Häberle. Logisch sei, dass der bisherige Mandatsträger danach weitermache. «Aber», so Häberle, «wie wir nächstes Jahr weiter fahren, wollen wir vorher genau analysieren.»

Controlling verbessert

Dass auf der Verwaltung im letzten Jahr noch nicht alles rund lief, monierte auch die Rechnungsprüfungskommission. Sie hat schon zum zweiten Mal hintereinander einen Bericht mit Vorbehalten abgegeben. «Es gab Fehler, nicht alles lief wie gewünscht, aber trotzdem haben wir eine gute Zusammenarbeitskultur», räumt Thomas Beer ein. Häberle ergänzt, dass man per 1. Januar 2018 das Controlling verbessert habe, und dass das Vier-Augen-Prinzip eingeführt wurde. «Wir sind zuversichtlich, dass wir für dieses Jahr ein zufriedenstellendes Resultat abliefern werden. Die Liste der Beanstandungen werden wir abarbeiten.»

Die Rechnung wurde einstimmig genehmigt. Sie schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 593'000 Franken ab. Das Ergebnis gleicht demjenigen der Vorjahresrechnung. Nebst den höher ausgefallenen Steuern fallen auch die tieferen Sozialkosten ins Gewicht. Investiert wurden netto 1,276 Mio. Franken ab. Der Ertragsüberschuss wird für zusätzliche Abschreibungen auf dem alten Verwaltungsvermögen zu verwendet. Zudem gibt es eine Einlage ins Eigenkapital in der Höhe von 156'000 Franken.

Moderates Wachstum

Gekommen waren in die Dorfhalle 40 stimmberechtigte Einwohnerinnen und Einwohner. Zusätzlich erschienen die Jungbürgerinnen und Jungbürger mit Jahrgang 2018, denen im Anschluss das Gelöbnis abgenommen wurde. Noch nicht alle waren an diesem Abend stimmberechtigt. Sie vernahmen die wichtigsten Erkenntnisse aus der Mitwirkung zum Räumlichen Leitbild. Viel Wert gelegt werde auf die ruhige Lage, den Erholungswert und das dörfliche Erscheinungsbild. Vermisst wird ein Dorfzentrum als Begegnungsort mit einem Dienstleistungsangebot. Der Bauboom der letzten Jahre wird wenig goutiert, man wünsche sich ein moderates Wachstum.

Daniela Tillessen informierte, dass der Gemeinderat weiterhin mit der AEK zusammenarbeiten will. Sie beschrieb auch die Entwicklung beim Projekt Wasserversorgung. Die Vorabklärungen zur Sanierung der Wasserversorgung Lommiswil sind angelaufen mit der Installation von Messeinrichtungen. Erste geologische Untersuchungen wurden ausgewertet. Weiter wurden Abklärungen mit der BLS (Tunnelbau) und den Nachbargemeinden (Wasserbezug während der Bauphase) getätigt sowie Grobschätzungen der Kosten für Tunnelleitungen und -fassungen gemacht.

Der weitere Projektverlauf steht unter Zeitdruck, da im Juni 2020 die Sanierung des Weissensteintunnels starten soll. Wichtige Aufschlüsse für den weiteren Projektverlauf seien diesen Herbst zu erwarten, die Entscheidungsgrundlagen bezüglich Schutzzonen wahrscheinlich erst kurz vor der Tunnelsanierung.