Neozeon

Nilgans in Altreu gesichtet – das macht aber nicht allen gleich Freude

Wer Glück hat, kann eine Nilgans am Aareufer bei Altreu finden. Das Tier ist aber ein sogenannter Neozeon.

In den letzten Tagen und Wochen wurde in Altreu ein bisher unbekanntes Tier gesichtet. Es handelt sich dabei offensichtlich um eine Nilgans. Das Auftauchen dieses Vogels macht nicht allen gleich viel Freude, weil er Einheimisches verdrängt. Renata Gugelmann (Infozentrum Witi) hat sie auch schon beobachtet, wie sie bestätigt. «Sie verhält sich anderen Enten gegenüber recht aggressiv. Wir haben sie sogar schon einmal in einem Storchenhorst sitzen sehen. Da waren allerdings die Störche noch nicht aus dem Winterquartier zurück.»

Die Nilgans stammt ursprünglich aus Afrika und wurde im 18. Jahrhundert als Ziervogel in Europa eingeführt. Tiere, die aus der Gefangenschaft flüchten konnten bildeten schon bald frei lebende Populationen. Ausgehend von Belgien und den Niederlanden, hat sich die Nilgans entlang des Rheins vermehrt und verbreitet und seit 2003 brütet sie in der Schweiz und laut Unterlagen der Vogelwarte Sempach auch in der Region Solothurn.

Abschuss in der Jagdverordnung geregelt

Auch Jonas Lüthy (wissenschaftlicher Mitarbeiter Amt für Raumplanung Kanton Solothurn) hat die Nilgans schon in der Witi beobachtet. «Sie hält sich häufig an der solothurnisch-bernischen Grenze auf», weiss Mark Struch (Fachstelle Jagd, Kanton Solothurn). Weil die Nilgans ein sogenannter Neozeon ist, ein Tier das die einheimischen Arten verdrängt, gehört sie zu den Arten, die abgeschossen werden dürfen. Das sei in der eidgenössischen Jagdverordnung geregelt. «Wir möchten nicht, dass sie sich ungehindert ausbreitet», erklärt Struch.

In Deutschland sei die Nilgans zu einer Plage geworden. Romeo de Monaco (Wildhüter im bernischen Bürenamt) ist einer, der die Nilgans schiessen dürfte. Seit vier Jahren beobachtet er sie immer wieder. Vorwiegend im Häftli in Büren an der Aare oder im Bereich des Nidau-Büren-Kanals. Geschossen habe er aber noch keines dieser Tiere. Sie seien aber bisher aber auch nur vereinzelt aufgetreten.

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