Unterschriftensammlung

«Nid umstiige, umdänke bitte»: Günsberger kämpfen für direkte Buslinie nach Solothurn

Angst hat man auch davor, dass mit weniger Bussen mehr Individualverkehr auf den Balmberg fährt.

Angst hat man auch davor, dass mit weniger Bussen mehr Individualverkehr auf den Balmberg fährt.

In Günsberg wird mit einer Unterschriftensammlung für die direkte Buslinie nach Solothurn gekämpft.

Die drohende Aufhebung der direkten Buslinie nach Solothurn hat im Unterleberberg zu Aufruhr geführt. Geplant ist diese mit der Einführung des Viertelstundentaktes auf der «Bipperlisi»-Linie. Dann müssten Buskunden aus Günsberg, Niederwil, Balm und Hubersdorf künftig in Riedholz auf die Bahn umsteigen. Die Umstellung auf den Viertelstundentakt erfolgt aber frühestens in acht bis zehn Jahren, wie Pascale von Roll, abtretende Gemeindepräsidentin von Balm bei Günsberg, erklärt. Sie muss es wissen, steht sie doch als Staatsschreiber-Stellvertreterin im engen Kontakt mit dem Regierungsrat und den Ämtern. «Der bevorstehende Ausbau auf Doppelspur in Solothurn hat noch keine Auswirkung auf die Buslinie in den Unterleberberg und auf den Balmberg», hält sie zudem fest.

Obwohl es also noch Jahre dauert, bis der Viertelstundentakt der Bahn eingeführt wird, sei in Günsberg diese drohende Umstellung Thema Nummer Eins in der Bevölkerung, wie Gemeindepräsident Rolf Sterki erklärt. «Wir kämpfen für unsere direkte Anbindung nach Solothurn. Verlieren wir den Direktanschluss, wäre das ein massiver Rückschritt.» Deshalb lanciere die SVP Günsberg in diesen Tagen eine Unterschriftensammlung, so Sterki. Das Motto der Sammlung lautet «Nid umstiige, umdänke bitte».

Innerhalb weniger Wochen wolle man so viele Unterschriften sammeln wie möglich, die als Druckmittel einbehalten werden sollen. Denn noch ist nicht klar, wem die Unterschriften abgegeben werden sollen. «Es ist aktuell sehr schwierig, die richtigen Ansprechpersonen zu finden. Aber wir werden die Unterschriften schon am richtigen Ort platzieren.» Sterki und seine SVP hoffen auf einen ähnlichen Effekt, wie beim Kampf des Dorfes gegen die Mobilfunkanlage am Rand der Turnwiese des neuen Schulhauses. «Da haben dreiviertel der Einwohner unterschrieben». Man wolle bereits jetzt aktiv werden, bevor andernorts mit baulichen Massnahmen Fakten geschaffen würden, beispielsweise mit dem Bau einer Haltestation in Riedholz.

Direktverbindung ist für alle ein wichtiges Thema

In Balm sei der geplante Abbau der direkten Buslinie nach Solothurn kein hochaktuelles Thema. «Aber schon sehr wichtig», erklärt Pascale von Roll. «Wir haben in der Mitwirkung Anfang letzten Jahres stark interveniert und etliche Gespräche geführt», erklärt Pascale von Roll, die dank des direkten Kontakts beim Kanton bestens informiert ist. Balm habe zudem im Leitbild entsprechende Grundsätze festgeschrieben. In Hubersdorf intervenierte der Gemeindepräsident Gregor Schneiter ebenfalls im Rahmen der Mitwirkung «Überprüfung/Verbesserung des Bus-Angebotes der Region Solothurn» Ende 2018. Dabei sprach er sich klar dafür aus, die Direktverbindung nach Solothurn beizubehalten. «Dies ist aus unserer Sicht eine Verschlechterung des Bus-Angebots. Fahren doch heute die älteren Dorfbewohner direkt auf den Amtshausplatz und gehen von dort in die nächstgelegenen Geschäfte ihre Einkäufe besorgen.» Weiter äusserte er den Wunsch der Hubersdorfer, dass der Bus tiefer ins Dorf geführt wird.

Zum Unterschriftenbogen hat die SVP Günsberg ein Begleitschreiben verfasst. Befürchtet wird auch, dass das Busangebot auf den Balmberg stark ausgedünnt werden soll, was zu höherem Individual-Verkehr auf den Berg führen werde. «Natürlich durch unser Dorf und ohne dem Parkplatzproblem auf dem Berg Rechnung zu tragen.» Gefordert wird deshalb, die uneingeschränkte Aufrechterhaltung der Busverbindung direkt zu den gewohnten Haltestellen in Solothurn auch in Zukunft.

Meistgesehen

Artboard 1