Nicole Mattiello ist die erste Frau, die das Amt der Gerichtspräsidentin ausüben wird. Bisher hatten nur Männer das Amt inne. Die 43-Jährige Juristin war bisher für eine international tätige Kanzlei tätig. Mattiello konnte 9291 Wahlberechtigte von sich überzeugen.

Von der hohen Stimmenzahl und dem entgegengebrachten Vertrauen sei sie überwältigt, sagt Mattiello auf Anfrage. Sie geht davon aus, dass einerseits die Frauenfrage und andererseits ihr Alter für das gute Resultat ausschlaggebend waren. – Der 61-jährige Bracher hätte bis zur Pensionierung nur noch vier Jahre amten können.

Zweite Klatsche für Bracher

Herbert Bracher (SP) hingegen erlitt eine deutliche Niederlage. Nur 3468 Stimmen erhielt der 60-Jährige. Es ist bereits das zweite Mal, dass Bracher bei der Kandidatur um dieses Amt unterliegt. 2014 verlor er gegen Yves Derendinger (FDP).

Herbert Bracher ist über das Ergebnis nicht überrascht. Zwar hätte er gerne einen höheren Stimmenanteil erreicht, erklärt er. Dass es aber schwierig für ihn würde, «wenn FDP und CVP zusammenspannen», habe er erwartet. «Ich freue mich für Nicole Mattiello über ihr gutes Resultat», sagt er. «Für mich geht es am Montag ganz normal ins Büro.»

Etwas anders wird dies für Mattiello sein. Sie startet allerdings mit Erfahrung an Gerichten: Sie war im Kanton Bern bereits zehn Jahre lang als Gerichtsschreiberin und ausserordentliche Gerichtspräsidentin tätig. (lfh)