Zuchwil

«Nicht nur gäbig, sondern fantastisch»: Daniela Ryf trainiert in der neuen Traglufthalle

Erstmals herrscht im Freibad Zuchwil ein Winterbetrieb, möglich gemacht durch die Traglufthalle über dem Bassin.

Sie ist weiss, länglich und mit ihren schönen Rundungen und den gelben Kreisen des Hauptsponsors, die fast wie Bullaugen wirken, sieht die neue Traglufthalle von aussen betrachtet aus wie ein Flugzeug, das keine Flügel hat. Innen wirkt die von unten beleuchtete Kuppel wie ein Tempel, in welchen die Schwimmerinnen und Schwimmer nun auch im Winter ihrer Passion nachgehen können. Hier kann man in andächtiger Ruhe schwimmen, während nebenan, im Hallenbad des Sportzentrums Zuchwil, wie bisher vor allem geplanscht, gespielt und gelacht wird.

Zwischen den vielen Hobbyschwimmern fast unbemerkt spult die vierfache Siegerin des Ironman Hawaii ihre Längen ab: Daniela Ryf trainiert fast jeden Tag für zwei oder drei Stunden im 27 Grad warmen Wasser. «Im Triathlon ist es eine kleine Wissenschaft, die Trainings optimal aufeinander abzustimmen. Deshalb ist es genial, diese Möglichkeit gleich vor der Haustüre zu haben und auch morgens schwimmen zu können», sagt Ryf, die in Feldbrunnen wohnt.

«Perfekte» Trainingsbedingungen

Weltspitze ist sie ja schon seit mehr als zehn Jahren. Ob die Trainings in der Traglufthalle noch einen weiteren Schritt nach vorn bedeuten können, sei schwer abzuschätzen. «Auf jeden Fall habe ich jetzt keine Ausrede mehr. Meine Trainingsbedingungen sind nun auch im Winter perfekt.» Und 2020 ist ja ein Olympiajahr und ein olympischer Titel fehlt der Triathletin noch in ihrem bereits jetzt fantastischen Palmarès.

«Das ist nicht nur gäbig, das ist fantastisch», sagt Robin Kovac über die Traglufthalle. Seit vier Jahren trainiert er die Elite des Vereins Swim Regio Solothurn. Einige Schweizermeistertitel konnten seine Schwimmerinnen und Schwimmer bereits erobern. «Beim internationalen Meeting in Allschwil vor einer Woche haben alle ihre Zeiten im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert», zieht Kovac bereits nach wenigen Wochen ein positives Fazit. «Ich bin sehr zufrieden. Wir hoffen, dass wir nun auch auf europäischer Ebene erfolgreich sein werden. Die Traglufthalle hat den Ehrgeiz unserer Schwimmerinnen und Schwimmer beflügelt.»

Auch für Hobbyschwimmer offen

Die leistungsorientierten Sportlerinnen und Sportler haben also die neue Traglufthalle im Sportzentrum Zuchwil mit ihrem wettkampftauglichen, 50 Meter langen Chromnickelstahlbecken vom ersten Tag an akzeptiert. Derzeit trainieren Swim Regio Solothurn, Triathlonclub Solothurn, SLRG Solothurn, Schwimmclub Biel sowie das Triathlon Leistungszentrum Solothurn regelmässig hier. Ansonsten stehen alle nicht reservierten Bahnen der Öffentlichkeit zur Verfügung. Auf einem dynamischen Wochenplan kann jedermann im Internet sehen, wann welche Bahnen belegt, oder wann sie frei sind und sich ein Besuch in der Zuchwiler Badi lohnt – weil man zum Beispiel in der Bahn neben Ironwoman Daniela Ryf schwimmen kann.

Geheizt wird mit Abwärme und Fernwärme

Selbst das heute so wichtige Klimagewissen muss die Schwimmsportler nicht plagen: Geheizt wird die Traglufthalle umweltfreundlich mit der Abwärme, welche die Eisbahnen des Sportzentrums so oder so produzieren, sowie mit Fernwärme aus der nahen Kebag. Die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinden, die bei der Finanzierung der Traglufthalle mitgeholfen haben, können zudem von einem Rabatt profitieren. Es kann sich also lohnen, vor dem Bezahlen des Eintritts an der Kasse den Wohnort anzugeben. Auch die Liste der begünstigten Dörfer ist im Internet einsehbar.

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