«Stürmisch hat unser Jahr angefangen», begrüsste Fritz Andres, Präsident des Waldwirtschaftsverbandes Bucheggberg, die 44 stimmberechtigten Waldbesitzer und 22 Gäste im Restaurant Pflug in Unterramsern. Eine grosse Herausforderung habe der Sturm Burglind bedeutet, sowie die Borkenkäferinvasion wegen der Trockenheit und Hitze. «Es reichte in diesem Jahr für drei Brutfolgen», sagte er. Wegen des trockenen Wetters hätten sich die geschwächten Bäume nicht mehr genügend gegen die Borkenkäfer verteidigen können.

Mark Hunninghaus, Betriebsleiter vom Forstbetrieb Bucheggberg, unterstrich die Auswirkungen von Burglind, Trockenheit und Borkenkäfer. Rund 5000 Kubikmeter Schadholz hätten aufgeräumt werden müssen. «Der Holzmarkt war alles andere als gut und komplett überfüllt», betonte er. Erschwert sei neben dem fehlenden Rheinschifffahrtstransport zudem gewesen, dass auch in Italien und Österreich Sturmholz anfiel. Erst im September hätten sich Liefermöglichkeiten für Nadelholz ergeben. «Eine schwierige Saison liegt auch vor uns», sagte der Betriebsleiter. Er rief auf, die Borkenkäfersituation im Auge zu behalten und ab April alle zwei bis drei Wochen Kontrollgänge zu tätigen.

Vogelperspektive einst und jetzt

Kreisförsterin Daniela Gurtner berichtete über Projekte von Folgearbeiten wegen der Schäden, über Sanierungen und Neuanpflanzungen. Sie freute sich ganz besonders, dass dank der HESO mit der Sonderschau «Kraftort Wald» über 100 Schulklassen in den Wald gelockt werden konnten.

Wie die Schweizer Landschaft aus der Vogelperspektive aussieht, zeigte Peter Brotschi, Autor, Aviatik-Journalist sowie Präsident des Bürgergemeinden- und Waldeigentümer-Verbandes Solothurn BWSo. Er nahm die Anwesenden unter dem Thema «Schweizer Landschaft im Wandel» auf eine Reise mit historischen Fotos der 40er-Jahre – aufgenommen aus einer «Haefeli DH-5» und «K+W C-3603» mit Zweimannbesatzung –- und verglich sie mit seinen neuen Aufnahmen.

Beängstigend, wie sich intakte Landschaften mit Hochstammbäumen, Pflanzplätzen, grünen Wiesen und einer Handvoll Häuser in Blockquartiere, Autobahnen und Industrieüberbauungen verwandelt haben. Gleich geblieben sind einzig die Bahnlinien und Waldgrenzen. «Das Gäu ist eine der am meisten ‹umgekrempelten› Landschaften der Schweiz», sagte Brotschi. Das Mittelland werde zu einer einzigen Grossstadt mit einem überfüllten Naherholungsgebiet im Jura. Als Versöhnungsbild zeigte er zum Schluss die intakte Landschaft des Bucheggbergs.

Neuer Präsident und Ehrungen

Die Versammlung wählte mit Thomas Furrer aus Küttigkofen einen neuen Präsidenten. Er ersetzt Fritz Andres, der sich im Jahr 2006 in den Vorstand wählen liess. Ab 2010 versah Andres in pragmatischer Art und mit viel Witz und Humor das Amt des Präsidenten. Für seine grosse Arbeit wurde er mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Ehrenmitglied darf sich neu auch der Geschäftsführer des Verbandes, Ulrich Stebler, nennen mit der Auflage, trotzdem nicht aufzuhören. Seit 1986 arbeitet er im Vorstand und seine Betätigungsliste ist enorm.

Die Versammlung hiess zudem die von Kassier Peter Burkolter verlesene Rechnung 2017/18 gut mit einem Aufwandüberschuss von 7600 Franken sowie das Budget 2018/19 mit einem Aufwandüberschuss von 3800 Franken. Die Fehlbeträge können mit dem Eigenkapital ausgeglichen werden.

Das Tätigkeitsprogramm 2019 des Waldwirtschaftsverbandes sieht unter anderem am 5. Mai eine Jubiläumswanderung aus Anlass der seit zehn Jahren bestehenden Rundwanderung Bucheggberg vor. Ulrich Stebler organisiert vom 4. bis 6. Juli eine Sommerexkursion ins Gebiet Risoux an der schweiz-französischen Grenze.