Die Gemeindeversammlung fand im Frohsinn Etziken statt. Dies weil Hüniken über kein geeignetes Lokal verfügt. Das könnte sich jedoch bald ändern. Denn der Gemeinderat beantragte der Versammlung einen Kredit über 580'000 Franken für den Kauf des Bauernhauses an der Hauptstrasse 8. Zur Liegenschaft gehören Wohnhaus mit Scheune, Speicher und 3365 Quadratmeter Land. «Wir haben keine eigenen Räumlichkeiten, die Liegenschaft liegt im Zentrum des Dorfes, hier könnte ein Ort entstehen, wo man sich treffen kann», erläuterte Gemeindepräsident Jürg Schibler die Kaufabsicht. Schibler verwies auf den Wunsch der Gemeinde, selbstständig zu bleiben. «Dann müssen wir auch dafür sorgen, dass wir nicht immer Schmarotzer anderer Gemeinden sind.»

Bis am Montag muss der Gemeinderat Bescheid geben, ob die Gemeinde will oder nicht, denn sonst käme die Liegenschaft an einen anderen Interessenten. Obwohl höhere Kaufangebote vorhanden waren, habe die Gemeinde die Möglichkeit, das Gebäude zum Verkehrswert von 580'000 Franken zu erwerben. Danach könne man mithilfe des ebenfalls beantragten Planungskredites von 50'000 Franken diverse Umnutzungs-Varianten ausarbeiten. Unter den 50 anwesenden Stimmberechtigten tauchten Bedenken auf, ob sich die Gemeinde das leisten könne und sie nicht auf einmal mit unerwarteten Kosten konfrontiert würde.

Zeitdruck sei eine schlechte Grundlage für eine Entscheidung. Schibler konterte, dass man sich nichts vergebe. Stellte sich heraus, dass es keine finanziell vernünftige Variante gäbe, könne man die Liegenschaft problemlos mit Gewinn verkaufen. Befürworter sahen in diesem Projekt eine Möglichkeit, die Attraktivität der Gemeinde zu steigern, vor allem im Hinblick auf die vielen neu zugezogenen Familien mit Kindern. An Ideen für die Verwendung eines gemeindeeigenen Raumes fehlte es nicht. «Wenn wir jetzt Nein sagen, wird früher oder später über die verpasste Chance gejammert», befürchtete eine Bürgerin. Nach der heftigen Debatte fiel das Resultat klar aus: 45 Anwesende sagten Ja, vier waren dagegen und eine Person enthielt sich.

Hohe Steuereinnahmen

Die Jahresrechnung schloss mit einem Ertragsüberschuss von 154'661 anstatt der budgetierten 49'465 Franken ab. Der Finanzverwalter Peter Felder führte das unerwartet positive Ergebnis auf den ausserordentlich hohen Steuereingang zurück. Die Spezialfinanzierungen schlossen ebenfalls alle positiv ab. Der Gewinn wird dem jeweiligen Eigenkapital zugeschlagen, das nun gesamthaft 1,2 Millionen Franken beträgt. Für den Einkauf von Schutzraumplätzen im Mehrfamilienhaus an der Hauptstrasse 20 war ein dringlicher Nachtragskredit von 22'800 Franken nötig. Der Souverän nahm die Rechnung einstimmig an.