Biberist
Neuheiten aus Iran und Indien: Jeder Teppich ein Kunstobjekt

Das Teppichhaus Ziegler zeigt im Schlösschen Neuheiten aus dem Iran und Indien. Dort knüpfen Familien Teppich-Unikate für die Familie Ziegler.

Agnes Portmann-Leupi
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Das Ziegler-Team mit André J. Weber (ganz links), Verena B. Sperisen, Olivier F. Ziegler und Miralem Hergic.

Das Ziegler-Team mit André J. Weber (ganz links), Verena B. Sperisen, Olivier F. Ziegler und Miralem Hergic.

Agnes Portmann

«Er gestaltet die Ausstellung wie ich sie mir vorstelle», sagt Olivier F. Ziegler und lobt damit die unbegrenzt erscheinenden Ideen des dafür verantwortlichen Mitarbeiters André J. Weber. Unter dem Motto «Teppich und Holz als Objekt» fasziniert über die Ostertage im Schlösschen Vorder-Bleichenberg die Ziegler Teppich und Boden AG mit beeindruckenden Exponaten. Jeder Teppich gleicht mit seiner Ausstrahlung, seinen Details, Symbolen und Ornamenten einem Kunstobjekt. Nicht umsonst fällt das Wort «wunderschön» von den Besuchern im Übermass.

«Die Kultur des Webens und Knüpfens ist so alt wie die Menschheit», sagt Olivier F. Ziegler. Formen und Muster hätten sich extrem verändert. Zu den klassischen Teppichen gesellten sich in den späten 1990er-Jahren Teppiche mit modernen Farben und mit wenig Mustern. Für das Haus Ziegler knüpfen drei bis vier Familien in Indien und neun Familien im Iran. Die Unikate in den verschiedensten Farbtönen sind mit Pflanzenfarben eingefärbt. Je nach Fettgehalt – je mehr Fett, umso schmutzabweisender – nimmt die Wolle die Farbe anders an. Dies verhilft dem «Luribaft» aus dem Iran, eingefärbt mit Curry und Safran, zu effektvollen Schattierungen.

Speziell zeigen sich heuer die «Damask» aus Nepal. Es sind Unikate aus Wolle und Seide mit «verlorenem Muster», einem hochklassischen Barockmuster, das ins Leere verläuft. Wunderbar zu modernen Möbeln passt der mit Rinden gefärbte, anthrazitfarbene «Sonaghuly/Luribaft» aus Indien. In der Kapelle besticht der «Luribaft» aus dem Iran – ein einzigartiges Exemplar in Brauntönen mit unzähligen Lebensbäumen, Zypressen und untergehender Sonne. An der Wand hängt ein «Kaschkuli Gabbeh» aus dem Iran, ein «Hochzeitsteppich». Dass der Seidenteppich aus China 3,9 Mio. Knoten pro Quadratmeter aufweist, ist kaum nachvollziehbar.

In den nach roten und blauen Teppichfarben gruppierten Räumen harmoniert etwa der klassische «Nain» mit dem modernen, nachtblauen «Sonaghuly Luribaft». Wohltuend wirken die grünen Teppiche inmitten von Eichenstämmchen und Eichenparkett. Die europäischen Hölzer gefallen, ob geölt, geräuchert oder mattversiegelt. Ebenso ästhetisch wirkt die ganze Gestaltung. Die Kugeln – rot, gelb, grün blau, orange – stehen im Kontrast zu den eckigen Teppichen. Auf den runden Apérotischchen genügt eine einzelne Tulpe im Sektglas als Blickfang. Hocker, Decken, Kissen, Tücher, ja selbst die bemalten Dielen der Räume ergänzen das wohlgefällige Spiel mit den Farben und Mustern.

Ausstellung Schlösschen Vorder-Bleichenberg in Biberist bis 12. April. Öffnungszeiten: Sa 13 bis 17 Uhr; So 11 bis 18 Uhr, Mo bis Fr 15 bis 20 Uhr. Führungen und Rahmenprogramm unter www.zieglerboden.ch.

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