Wasseramt

Neugründung: Zwei Wasserversorger schliessen sich zusammen

Beim Pumpwerk Ruchacker sind rechts vom Eingang auf einer Tafel die Gemeinden angeschrieben, die Wasser geliefert erhalten.

Beim Pumpwerk Ruchacker sind rechts vom Eingang auf einer Tafel die Gemeinden angeschrieben, die Wasser geliefert erhalten.

Zweckverband Wasserversorgung äusseres Wasseramt bildet mit EWD Derendingen neue Aktiengesellschaft.

Mitte Januar stellte der Zweckverband Wasserversorgung äusseres Wasseramt im «Kreuz» in Aeschi die Weichen für eine Neustrukturierung. An einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung stimmten die Delegierten für die Neugründung der Gesellschaft Wasserversorgung Wasseramt AG, dem Zusammenschluss der Primäranlagen von Derendingen und dem Zweckverband Wasserversorgung äusseres Wasseramt. Der Zusammenschluss muss von den betroffenen Gemeinden an deren Gemeindeversammlung noch abgesegnet werden und soll ab 1. Januar 2021 gelten.

In die neue AG werden die für die Primärversorgung notwendigen Anlagen eingebracht. Sie versorgt die Anschlussgemeinden als Primärversorger mit Trinkwasser. Die Feinverteilung unterliegt weiterhin den Gemeinden über ihre Sekundäranlagen. Das Projekt sieht vor, dass die Gemeinden ihre Sekundäranlagen später der neuen AG übertragen können, wenn sie die Versorgung der Haushalte mit Trinkwasser nicht mehr selber ausführen wollen.

Die im Dossier gelieferte Begründung, mit der Gründung der AG werde die Wasserversorgung des äusseren Wasseramtes wieder über eine eigene Trinkwasserfassung im Pumpwerk Ruchacker verfügen, sei nicht der Hauptgrund, so Präsident Peter Baumgartner. «Der Hauptgrund ist, dass wir in der heutigen Zeit mehr zusammenarbeiten sollten, um so die teilweise langen Wege zu verkürzen und effizienter zu arbeiten», so Baumgartner.

«AG ist weniger schwerfällig als Zweckverband»

Als Organisationsform wurde die Aktiengesellschaft gewählt. «Auch dies hilft uns, effizienter zu arbeiten. Ein Verwaltungsrat mit sieben Mitgliedern ist weniger schwerfällig als ein Zweckverband.» Aktionäre sind die heutigen Verbandsgemeinden. Die Oberaufsicht hat die Generalversammlung, die den Verwaltungsrat und die Revisionsstelle wählt, die Statuten festlegt, die Rechnung genehmigt und über den Bilanzgewinn entscheidet. Die Zusammensetzung des siebenköpfigen Verwaltungsrates bildet die Beteiligungsverhältnisse der einzelnen Gemeinden ab. Derendingen soll zwei feste Sitze haben, Deitingen und Subingen je einen und die restlichen Gemeinden drei Sitze.

Um eine zu grosse Dominanz eines einzelnen Aktionärs zu verhindern, ist vereinbart, dass Derendingen 29 Prozent der Aktien (Aktienkapital: 200000 Franken) erhalten soll. Die Gemeinden des äusseren Wasseramts zusammen erhalten dadurch 71 Prozent der Aktien. Aufgrund der eingebrachten Werte hätte die EWD Derendingen eigentlich das Anrecht auf einen höheren Aktienanteil. Die Beschränkung auf 29 Prozent hat zur Folge, dass die Differenz zum effektiv berechtigten Wert eine Kompensation der neuen AG gegenüber der EWD Derendingen auslöst, die als Darlehen der EWD Derendingen in die Eröffnungsbilanz einfliesst. Basierend auf dem Abschluss 2017 würde sich daraus ein Darlehen von 806375 Franken. Die definitive Berechnung der Kompensation erfolgt anhand der Jahresabschlüsse 2020 der beiden Gesellschaften. Das Budget für das erste Jahr 2021 sieht bei Abschreibungen von 385000 und Wasserbezüge von Gemeinden 1800000 einen Ertragsüberschuss von 346350 Franken vor. Der Wasserpreis, den der neue Wasserversorger von den Gemeinden verlangt, soll wie anhin bei 1.50 Franken liegen. «Welchen Preis der Endkonsument bezahlt, wird jede Gemeinde in eigener Hoheit bestimmen», sagt Baumgartner.

Der Betrieb der Wasserversorgung Wasseramt AG wird durch die EWD Derendingen gewährleistet. Dem Zusammenschluss haben bereits die Gemeinderäte von Aeschi, Subingen und Deitingen zuhanden der jeweiligen Gemeindeversammlung zugestimmt.

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