Buchegg
Neues Verfahren: Strassenbau mit rezykliertem Material schont Umwelt und Ressourcen

In Buchegg wurde die Oberfläche eines Flurweges mit einem neuen Verfahren saniert, bei welchem 100 Prozent rezykliertes Material verwendet wurde. Bei Kantons- und Gemeindestrassen liegt der Recyclinganteil normalerweise nur bei rund 30 bis 60 Prozent.

Rahel Meier
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Strassenbau mit Recycling-Material
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Hält der neue Belag?
Hält der neue Belag?
Entlang des Flurweges werden Vor- und Nachteile der vorgeführten Methode diskutiert.
Das Recyclingmaterial mus relativ feinkörnig gebrochen werden.
Das Bindemittel wird aufgetragen.
Abschliessend wird der Belag gewalzt.

Strassenbau mit Recycling-Material

Hanspeter Bärtschi

Wenn sich eine stattliche Schar Männer in orangen Leuchtwesten an einem Punkt versammelt, kann man davon ausgehen, dass eine Baustelle in der Nähe ist. So war es auch gestern Dienstagmittag in Brügglen (Gemeinde Buchegg). Zwar war es nur ein Flurweg, der einer Oberflächenbehandlung unterzogen wurde. Trotzdem interessierten sich zahlreiche Vertreter von kantonalen Behörden, aus Gemeinden und von baugewerbenahen Unternehmungen für den Vorgang. Das Spezielle dabei war, dass die ausführende Baufirma für die Sanierung 100 Prozent rezykliertes Material verwendete. Dass das neue Verfahren ausgerechnet in Brügglen vorgeführt wurde, hat mehrere Gründe. Bauunternehmer Urs Niklaus (Niklaus Strassen- und Tiefbau AG) hatte den Auftrag die Hinteregg zu sanieren. Er arbeitet seit vielen Jahren mit der CTW Strassenbaustoffe AG aus Muttenz zusammen. Sie wiederum hat das spezielle Verfahren mit dem rezyklierten Material entwickelt.

In Europa wird mehr rezykliert

«Wir wurden angefragt, ob wir beriet wären, den Flurweg in Brügglen mit dem neuen Verfahren behandeln zu lassen», erklärt Werner Isch (Aetigkofen. Präsident Strassen- und Verkehrskommission Buchegg). Rezykliertes Material wieder zu verwenden machte für die Kommission Sinn. Deshalb habe man den Flurweg als Versuchsstrecke zur Verfügung gestellt.

So neu ist das Verfahren das in Brügglen angewendet wurde im Übrigen nicht. In vielen Ländern Europas sei es durchaus üblich, einen Strassenbelag komplett mit wieder aufbereitetem Material zu versehen. In der Schweiz scheint man vorsichtiger zu sein. Bei Kantons- und Gemeindestrassen liegt der Recyclinganteil normalerweise nur bei rund 30 bis 60 Prozent, wie gestern zu erfahren war. Mit Schadstoffen belastetes Material wird zudem fachgerecht entsorgt und gelangt gar nicht in den Recyclingzyklus.

Für Urs Niklaus liegen die Vorteile für das neue Verfahren auf der Hand. Die Umwelt werde geschont, weil weniger Kies ab- und verbaut wird. Zudem würden die Berge an altem Belagsmaterial in der Schweiz immer höher. «Das Lagern und Entsorgen kostet Geld. Kann das Material wiederverwertet werden, sparen wir.» In Brügglen wurden laut Niklaus 3000 Quadratmeter Flurweg behandelt. Das entspricht 60 Tonnen rezykliertem Material.

Die CTW Strassenbaustoffe AG aus Muttenz ist mit dem neuen Verfahren selbst noch in der Versuchsphase. Letztes Jahr habe man zwei Wege in Muttenz behandlet. «Erst nach einem Winter zeigt sich, ob die Oberfläche hält», so Paul Waldvogel (Laborleiter CTW). Bei den beiden Wegen war dies der Fall. Waldvogel hat sogar das Gefühl, dass die Oberfläche kompakter ist, als wenn sie mit dem normalen Verfahren behandelt wird. «Der rezyklierte Splitt enthält einen gewissen Anteil an Bitumen und haftet darum besser.»