Die Weidenmeise (Poecile m. rhenanus) ist ein immer seltener Brutvogel. Sie bevorzugt als Lebensraum weichholzreiche Jungwälder im Jura, im Mittelland und Voralpen. Der Rückgang der Weidenmeise aus den Wäldern des Mittellandes ist vom Schweizer Vogelschutz SVS dokumentiert.

Nachdem ein minimaler Bestand dieser Vogelart im Lohner Wald nachgewiesen werden konnte, hat der Bürgerrat Lohn aufgrund eines neu lancierten Konzeptes vom Vogelschutzverband des Kantons Solothurn beschlossen, auf einer Fläche im Laubholzbereich, die Förderung der Weidenmeisen in die Tat umzusetzen. Auf den fachmännischen Rat und auf die Umsetzung der Massnahmen konnte sie dabei auf Daniel Schmutz, Revierförster des Forstbetriebes Wasseramt, zählen.

Was Weidenmeisen brauchen

Jungwuchsflächen und Stangenholz wurden bisher für den Vogelschutz – so auch in den Waldungen der Bürgergemeinde Lohn – zu wenig beachtet. Denn gerade für die Weidenmeise sind solche Flächen interessant.

Die Weidenmeise zimmert nämlich ihre Höhlen selber in morsches Holz auf zirka 1,5 bis 2 Meter Höhe ab Boden. Dabei benutzt sie am liebsten dünne, stehende Totholzstämme. In vielen Jungwuchsflächen hat es jedoch kaum solche Stämme, welche bis zum vollständigen Zerfall sich selbst überlassen werden. Werden solche Totholzstämme im Stangenholz angeboten, kann der Weidenmeise und somit auch dem Fortbestand geholfen werden.

Nun hat die Bürgergemeinde Lohn im Oberwald geeignete Nistmöglichkeiten für die Weidenmeise geschaffen. Im Rahmen einer Durchforstung im Laubholz wurden die Bäume mit Durchmesser 12 bis 20 Zentimeter auf 1,5 bis 2 Meter Höhe abgesägt und der Saft mit dem «Ringeln» unterbrochen.

Dennoch braucht es noch etwas Geduld, bis Stämme morsch genug sind und für die Weidenmeise attraktiv werden. Damit Nistplätze den Weidenmeisen im Lohner Wald schneller zur Verfügung stehen, sind an einigen wenigen vitalen Bäumen Totholzstämme aus Laubholz angebunden worden.

Ziel des Projektes

Die Arbeiten wurden vom Forstbetrieb Wasseramt und vom Forstverantwortlichen der Bürgergemeinde Lohn durchgeführt. Auf Info-Tafeln werden den Waldbesuchern und Spaziergängern die Idee und die getroffenen Massnahmen zur Weidenmeisen-Förderung bekannt gemacht.

Die Bürgergemeinde Lohn erhofft sich mit diesem speziellen Projekt, dass die Population der Weidenmeise im Lohner Wald in den nächsten Jahren zumindest nicht abnehmen wird und verschwindet.