Nun zeichnet sich ab, wo in Langendorf ein neuer Kindergarten entstehen soll. Der Gemeinderat sprach sich am Montagabend einstimmig für den Standort Weihermatt aus. Der Doppelkindergarten soll in zwei Jahren zum Start des Schuljahres 2018/2019 bezugsbereit sein. Mit dem Kapazitätsausbau wird zusätzlich benötigter Schulraum im Schulhaus D freigeräumt.

Zur Debatte für die Erweiterung stand neben der Weihermatt ein Ausbau des Kindergartens beim Konzertsaal. Eine Spezialkommission hatte Vor- und Nachteile der beiden Standorte untersucht. Diese Debatten verliefen nicht ohne Nebengeräusche. Ein verärgertes Kommissionsmitglied ist gar ausgetreten.

Mit 6 gegen 1 Stimmen fiel der Kommissionsentscheid klar auf die Überbauung von Gemeindeland in der Weihermatt. Das Land befindet sich im Verwaltungsvermögen und kann nicht verkauft werden. Im Gemeinderat, wo am Montag zwei Sitze leergeblieben waren, war das Verdikt noch deutlicher. Mit 7 zu 0 folgte er der Kommission einstimmig.

Aussenraum nicht gesichert

Die Argumente pro Weihermatt waren vielfältig. Adrian Marti (FDP) bemerkte, dass die Investitionssicherheit dort grösser sei als beim Konzertsaal. Beim Konzertsaal besteht laut Reto Vescovi von der beratenden Firma Kontextplan das Risiko, dass der Mieter in der gemeindeeigenen Wohnung sein Mietrecht ausschöpfen und das Projekt verzögern könnte.

Ausserdem würden der Gemeinde durch den Wegfall dieser Mietwohnung jährliche Einnahmen von 15 600 Franken entgehen. Geld, das in der Kasse auf Dauer schmerzlich fehlen würde.
Für Monika Roth (SP) spricht insbesondere der Aussenraum beim Konzertsaal gegen einen Ausbau dieses Standorts.

Es sei fraglich, ob dieser für zwei Kindergärten reiche. Der Platz wird von der Migros zur Verfügung gestellt. Wie lange noch, sei fraglich. «Deshalb können wir nicht langfristig damit planen.» Nicht ideal sei zudem, dass der Kindergarten beim Konzertsaal im ersten Stock eingerichtet werden müsste.

In der Weihermatt stelle sich dieses Problem nicht. Für die Weihermatt spreche schliesslich die zentrale Lage und die Nähe zum Schulareal.

Geringe Mehrkosten

Die Mehrkosten für den Ausbau der Weihermatt sind gemäss einer Kostenschätzung gering. Für diesen Standort werden mit rund 1,1 Millionen Franken gerechnet. Der Umbau des Konzertsaals käme, eingerechnet den Ausfall der Mietzinsen und ein Lifteinbau, auf rund 1 Million Franken zu stehen.

Geprüft wurde auch der Standort auf dem Delta-Areal, wo eine Wohnsiedlung geplant wird. Dies wäre aber erst ab 2021 möglich. Urs Bentz (CVP) betonte, dass der erste Stock im Konzertsaal weiterhin verfügbar wäre. «Sollte es in der Überbauung auf dem Delta-Areal dereinst einen Baby-Boom geben, könnten wir auf diese Reserve zurückgreifen.»

Das letzte Wort hat die Gemeindeversammlung. Sie entscheidet im Dezember über das Projekt und im nächsten Juni über den Kredit von 1,1 Millionen Franken. Weil das Vertrauensverhältnis zwischen einem Teil der Stimmbevölkerung und dem Gemeinderat aufgrund der bisherigen Schulraumplanung angekratzt ist, dürfte der Rat einige Überzeugungskraft aufwenden müssen.