Langendorf

Neuer Chorleiter: «Ohne Begeisterung klingt es nicht»

Der alte und der neue Kirchchorleiter Stefan Schmid (links) und Florian Kirchhofer.

Der alte und der neue Kirchchorleiter Stefan Schmid (links) und Florian Kirchhofer.

Beim katholischen Kirchenchor Langendorf kommt es zu einem Dirigentenwechsel. Stefan Schmid geht nach 20 Jahren, Florian Kirchhofer aus Derendingen übernimmt.

In den Weihnachtstagen ging die Zeit von Stefan Schmid als Dirigent im katholischen Kirchenchor Langendorf mit der Aufführung der «Missa Brevis in B» von Mozart nach 20 Jahren zu Ende.

Schmid erinnert sich an seine Anfänge mit dem Chor, nachdem er am 21. September 1995 zum Kirchenchorleiter gewählt wurde. Von seinem Vorgänger übernahm er unter anderem damals die Aufgabe, in drei Monaten die anspruchsvolle argentinische «Misa Criolla» von Ramirez zu proben. Der Einstieg verlief nicht ohne Spannungen. «Der damalige Präsident des Chores war eher dagegen, die «Misa Criolla» aufzuführen, auch aus einem nicht ganz unbegründeten Respekt gegenüber diesem schwierigen Werk», erzählt Schmid. Andere seien dafür gewesen.

Für ihn waren im Rückblick die anfänglichen Dissonanzen eher ein Glück, sagt Schmid. Er sprach die Unstimmigkeiten offen an, schaffte Klarheit und der Chor kam mit der Aufführung an Ostern zu einem Riesenerfolg. Mit derselben Klarheit und auch viel Einfühlungsvermögen, neben seinen Kompetenzen als Musiker und Dirigent, führte Schmid den Chor 20 Jahre lang.

Experimente und Bewährtes

Gewechselt hatte er damals von Gerlafingen nach Langendorf, da der Chor in Langendorf viel mehr musikalische Möglichkeiten bot, ganze Messen a cappella sang und aus den eigenen Reihen Solisten stellen konnte. Der Chor zählte damals 50 bis 55 aktive Mitglieder. «Ich kam aber auch gerne wegen dem offenen Geist, der unter der damaligen Pfarreileitung mit Christian Merkle herrschte», führt Schmid aus. Diese zwei Gründe hätten ihn nach Langendorf gezogen. Er habe erst später gemerkt, dass er weniger verdiene als in Gerlafingen, fügt er lachend hinzu.

Dieser offene Geist und die Freude am Singen stehen auch für den neu gewählten Chorleiter Florian Kirchhofer aus Derendingen, der auf den 1. Januar 2016 den Chor übernahm. «Wenn ohne Freude und Begeisterung gesungen wird, klingt es auch nicht», sind sich Kirchhofer und Schmid einig. Diese Freude soll ihren Ausdruck unter anderem finden in der Toggenburger Messe, die Kirchhofer als neues Projekt angehen wird. Ebenso soll neues geistliches Liedgut Eingang finden im Repertoire. «In den Gottesdiensten sollen die Menschen auch etwas von der Musik mitnehmen», sagt Kirchhofer. «Nicht nur das Wort wirkt, sondern auch die Musik», ergänzt er weiter.

Kirchhofer ist auch für Experimentelles und Neues zu haben und kann sich beispielsweise einen Sprechkanon vorstellen. Es brauche halt manchmal etwas Überzeugungskraft. Das Spektrum will Kirchhofer bewusst breit halten, wie es jetzt der Fall ist.

Mitgliedererneuerung steht an

Angesprochen auf die ersten grossen Herausforderungen für Kirchhofer in seiner neuen Aufgabe steht neben der musikalischen Leitung die Erneuerung des Chores an. Kirchhofer übernimmt zwar einen intakten, guten Chor mit einem breiten Repertoire und rund 40 Aktiven, aber die Frage nach neuen Sängerinnen und Sängern stelle sich natürlich. Dafür steht alleine die Tatsache, dass während der Amtszeit von Schmid nach seiner Schätzung das Durchschnittsalter der Aktiven um rund 15 Jahre gestiegen ist.

Die Übergabe des Dirigentenstabes findet offiziell am Sonntag, 17. Januar, im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes statt.

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