Kriegstetten
Neue Wege der Zusammenarbeit in der Kirche von morgen

In der Kirche St. Mauritius in Kriegstetten wurde der Pastoralraum Wasseramt West-Bucheggberg feierlich errichtet

Agnes Portmann-Leupi
Merken
Drucken
Teilen
Flankiert von einem Schweizergardisten singt Bischof Felix Gmür gemeinsam mit (v. li.) Rudolf Schmid, Arno Stadelmann, Dominik Meier-Ritz und Max Herrmann.
16 Bilder
Errichtungsfeier des Pastoralraumes Wasseramt West-Bucheggberg

Flankiert von einem Schweizergardisten singt Bischof Felix Gmür gemeinsam mit (v. li.) Rudolf Schmid, Arno Stadelmann, Dominik Meier-Ritz und Max Herrmann.

Thomas Ulrich

Festlich geschmückt präsentierte sich die katholische Kirche Kriegstetten. Dass etwas Besonderes anstand, veranschaulichten die vier ehemaligen Schweizergardisten aus der Pfarrei, die Ehrenwache hielten. Die brennende Kerze vor dem Altar läutete nicht nur den ersten Advent ein, sondern auch die Errichtungsfeier des Pastoralraums Wasseramt West-Bucheggberg. Dazu haben sich die vier Pfarreien St. Mauritius Kriegstetten, Bruder Klaus Gerlafingen, St. Marien Biberist und Guthirt Lohn-Ammannsegg-Bucheggberg mit knapp 7000 Gläubigen vereint. Das Eröffnungslied umfasste mit den Worten, «Herr, gib uns Mut zum Hören, auf das, was du uns sagst», bestens zu dieser Feier für eine Kirche von morgen, die von Bischof Felix Gmür und Bischofsvikar Arno Stadelmann sowie den Seelsorgern der vier Pfarreien zelebriert wurde.

Zeit und Veränderung

«Wichtig ist, dass wir uns auf ein Ereignis hin Zeit nehmen», sagte Bischof Felix Gmür in seiner Predigt im Hinblick auf Weihnachten. Er verdeutlichte aber auch, wie wichtig die vergangene Zeit für die Entwicklung des Pastoralraums war. «Wenn wir uns Zeit nehmen, sind Wachstum und Erkenntnis aber auch Tiefgang möglich». Auf die Schnelle gehe das weniger gut. «Zeit nehmen heisst, sich auf einen Prozess mit Hindernissen und Veränderungen einzulassen», verdeutlichte er. Der Weg im Pastoralraum gehe vielleicht in ungewohnter Form weiter. Altes und Neues würden sich vermischen und die Kirche werde wie ein Netzwerk funktionieren. Es gelte wachsam zu sein und auf Jesus Christus zu schauen, der seinen Weg mit Handeln, Hoffen und Lieben gemacht habe.

Wohlklingend umrahmten die Kirchenchöre Kriegstetten und Gerlafingen den Gottesdienst mit der Missa brevis in D-Dur von W. A. Mozart unter der Leitung von Sven Ryf.

Festakt in der Turnhalle

Nach dem Gottesdienst begrüsste OK-Präsident Urs Umbricht in der Turnhalle die Gläubigen, die ein grosszügiges Apéro erwartete. Musikalisch verschönerten Elisabeth Kaiser und Hanspeter Bach den Festakt. Grussworte kamen von Jürg Kägi, Pfarrer der reformierten Kirchgemeinde Biberist-Gerlafingen, Verena Meyer, Gemeindepräsidentin von Buchegg sowie Stefan Hug-Portmann, Gemeindepräsident von Biberist.

Mit viel Lob blickten die Kirchgemeindepräsidenten von Biberist und Kriegstetten, Andreas Beer und Richard Tschol, auf die vergangenen Jahre zurück, in welchen sich viele Pfarreiangehörige und Kirchgemeinde-Mitarbeitende fürs Projekt engagiert hatten. Diakon Max Herrmann, bis anhin Projektleiter, wird künftig als Pastoralraumleiter in einem Pensum von rund 30 Prozent amten, 70 Prozent verbleiben für die Seelsorge in Biberist, Branko Palic wird leitender Priester. Pfarreileiter bleiben Diakon Dominik Meier-Ritz für Kriegstetten und Stefan Keiser für Lohn-Ammannsegg.

Ziemlich genau vor vier Jahren begann der Start für das Projekt «Pastoralraum Wasseramt West-Bucheggberg», das damals vom Bistum in Auftrag gegeben wurde. «Das war zwingend, weil die Pfarreien sich in der bisherigen Anzahl des bestehenden und künftigen Personals nicht mehr verantwortlich managen lassen», sagte Diakon Max Herrmann. Dabei gelte es, gewachsene Traditionen vor Ort zu bewahren, sich aber gleichzeitig für eine übergeordnete Zusammenarbeit zu öffnen. Im Vordergrund stehen dabei die Bereiche Seelsorge-Angebote, Gottesdienste, Religionsunterricht, Kinder- und Jugendförderung, Familienarbeit, Senioren- und Betagtenbegleitung. Aber auch die ökumenischen Zusammenarbeit soll gepflegt und ausgebaut werden.