Rüttenen
Neue Tagesstrukturen starten im Sommer

In Rüttenen wird die Pilotphase für die neuen Tagesstrukturen mit dem Schuljahr 2017/18 gestartet.

Patric Schild
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Die Gemeinde dem Verein Tagesstrukturen Rüttenen die alte Turnhalle, die dazugehörige Küche sowie einen weiteren Raum für Hausaufgaben und zum Spielen unentgeltlich zur Verfügung. (Symbolbild)

Die Gemeinde dem Verein Tagesstrukturen Rüttenen die alte Turnhalle, die dazugehörige Küche sowie einen weiteren Raum für Hausaufgaben und zum Spielen unentgeltlich zur Verfügung. (Symbolbild)

Bereits seit längerer Zeit ist klar, dass in Rüttenen ein Bedarf nach einem Ausbau des spärlich vorhandenen Tagesstrukturangebotes besteht. Auch weil in den letzten Jahren viele Familien zugezogen sind. Nun wurde eine weitere Hürde gemeistert, indem der Gemeinderat der Leistungsvereinbarung mit dem Verein «Tagesstrukturen Rüttenen» einstimmig zustimmte. Somit ist der Verein beauftragt, die Einrichtung für schulergänzende Tagesstrukturen in Rüttenen aufzubauen und in einer Pilotphase von drei Jahren zu betreiben. Als Start wurde das kommende Schuljahr 2017/18 festgelegt.

Dafür stellt die Gemeinde dem Verein die alte Turnhalle, die dazugehörige Küche sowie einen weiteren Raum für Hausaufgaben und zum Spielen unentgeltlich zur Verfügung. Zudem wird die neu geschaffene Tagesstruktur jährlich mit einem Beitrag von maximal 12'000 Franken für ungedeckte Kosten von der Gemeinde unterstützt. «Dies soll aber keinesfalls einen Freipass darstellen. Eine ausgeglichene Rechnung ist dennoch anzustreben», mahnte Gemeindepräsident Gilbert Studer (FDP).

Weiter hat der Rat:

- einstimmig die Aufhebung des Gestaltungsplanes mit den Sonderbauvorschriften der Zettergrube aus dem Jahre 1984 beschlossen. Der bestehende Gestaltungsplan wird – aufgrund des neuen Nutzungsplans zum Naturreservat Verenaschlucht – hinfällig und entspricht nicht mehr den aktuellen Erfordernissen;

- einstimmig die Anstellung zweier neuer Musiklehrer für den Geigen- und Schlagzeugunterricht genehmigt. Somit müssen die Kinder für das Erlernen dieser beiden Instrumente nicht mehr den Weg bis nach Langendorf in Angriff nehmen;

- einstimmig dem Antrag der Bau- und Planungskommission zugestimmt, auf einen Gestaltungsplan für den geplanten An-/Neubau an der Schulstrasse 8 zu verzichten. Man sei zwar aus ästhetischen Gründen nicht unbedingt glücklich über den Anbau, wolle aber auch nicht als Verhinderer auftreten. (psg)

Zuvor gab es allerdings noch einige Unstimmigkeiten in den Statuten zu klären. So werden alle Eltern, deren Kinder in den Tagesstrukturen betreut werden, obligatorisch Vereinsmitglieder und müssen einen Mitgliederbeitrag entrichten. Elene Morganti, Präsidentin der Arbeitsgruppe für erweiterte ausserschulische Betreuung, plädierte dafür, dass während der Pilotphase noch keine Aktivmitgliedschaft durch die Eltern erfolgt. «Auf diese Weise bleiben wir flexibler und können schneller agieren.»

Der Gemeindepräsident hingegen vertrat die Ansicht, dass es wenig Sinn mache, die Eltern erst nach drei Jahren zahlen zu lassen. «Es ist ehrlicher, gleich von Anfang an die Beiträge zu erheben», so Studer. Veronika Fluri (Grüne) pflichtete dem bei, hielt aber auch fest, dass der Beitrag am Anfang nicht zu hoch angesetzt werden dürfe, um keine abschreckende Wirkung zu erzielen. Sandra Wertli (SP) brachte die Idee ein, dass die Mitgliederbeiträge gemäss dem steuerbaren Einkommen entrichtet werden könnten. Ein System, welches auch in anderen Gemeinden zur Anwendung käme. Das Modell fand rasch Anklang im Gemeinderat.

Busverbindung nach Langendorf

Der Gemeindepräsident bekundete seinen Unmut über die fehlende Bereitschaft von Seiten des Kantons eine Busverbindung von Langendorf nach Rüttenen zu organisieren. «Seit wir keine eigene Post mehr haben, wäre die Verbindung nach Langendorf eine wichtige Lebensader für uns», sagte der Gemeindepräsident. Vor einiger Zeit wurde Studer beim Kanton vorstellig, um die Problematik zu diskutieren. Die Behörden vertrösteten ihn aber mit der Aussage, dass das Vorhaben aus finanziellen sowie fahrtechnisch-zeitlichen Gründen nicht realisierbar sei. Über diese Zeitung wurde Studer dann über die Probleme der Busverbindungen in Langendorf in Kenntnis gesetzt.

Die Linie 2 erreicht die Endhaltestelle «Chutz» in Langendorf meistens zehn Minuten zu früh und wartet anschliessend dort auf die Abfahrtszeit. Die Linie 1, welche nach Oberdorf fährt und kurze Zeit später ankommt, muss den wartenden Bus überholen, genauso die Autofahrer. Der Gemeindepräsident beschloss daher die Buslinie selber abzufahren – inklusive des Umweges nach Rüttenen. «Es entspricht ziemlich genau der Zeit, in welcher der Bus einfach nur in Langendorf rumsteht», so Studer.

Grund genug für Studer, den Kanton nochmals zu kontaktieren. Zumal ein Gespräch mit Langendorf gezeigt hat, dass man auch dort um eine Lösung des Problems froh wäre. Doch bis heute wartet man in Rüttenen vergeblich auf eine Antwort der Behörden.