Horriwils Dorfbrunnen ist schon längere Zeit trocken. Das monierte ein Besucher der Gemeindeversammlung im letzten Dezember. Nun, ein halbes Jahr später, läuft immer noch kein Wasser. «Ich hoffte, mit dem Regen würde sich das ändern», erklärt Gemeindepräsident Martin Rüfenacht. Man bleibe aber dran, habe schon verschiedene Massnahmen getroffen, Schachtdeckel geöffnet und die Leitung gesucht, um das Leck zu finden. Ohne Erfolg. Auch in Sachen 5G-Antenne zeigt sich die Behörde bürgerfreundlich. Auf dem Tisch liegt eine Anfrage eines Anbieters. Der Gemeinderat hat entschieden, einen öffentlichen Anlass zu organisieren, um einen Eindruck von der Meinung in der Bevölkerung zu bekommen. Dieses Vorgehen wird an der Versammlung ausdrücklich gutgeheissen.

Neue Sozialregion

Die Sorgen der Bevölkerung, wenn sie denn dem Gemeinderat zu Ohren kommen, werden ernst genommen. Das ist an der Rechnungsgemeinde spürbar. Umso aufgeschlossener gingen die in der Mehrzweckhalle versammelten Stimmbürgerinnen und Stimmbürger durch die Traktanden, die speditiv behandelt werden.

Beinahe 700 000 Franken muss die Gemeinde im Bereich Soziale Sicherheit aufwenden. Dies bei einem Gesamtaufwand von fast 4 Mio. Franken. Der Hinweis des Gemeindepräsidenten, sich diese Zahlen zu merken, kommt nicht von ungefähr. Denn die Anwesenden müssen über den Zusammenarbeitsvertrag der Sozialregionen Wasseramt Ost und Wasseramt Süd entscheiden. Die Argumente für die vertragliche Zusammenarbeit in der neuen Sozialregion Wasseramt, vorgetragen von Vizegemeindepräsident Alain Hofer, überzeugen. Wie bisher in allen Gemeinden, in denen das Geschäft an der Rechnungsgemeinde traktandiert worden ist, wird auch in Horriwil zugestimmt, bei einer Gegenstimme unter den 31 Anwesenden. Die Zusammenarbeit ist aus der Not geboren, weil die beiden Dienste am Anschlag arbeiten und Ausfälle in den einzelnen Regionen sofort zu einer Überlastung führen. «Es ist keine Sparübung», so Hofer. Im Gegenteil würden zu Beginn einmalige Investitionskosten in der Höhe von 200 000 Franken erwartet. Spareffekte würden sich, wenn überhaupt, erst mittelfristig ergeben. Beibehalten wird das Leitgemeindemodell. Derendingen ist Leitgemeinde.

Kaum Investitionen

Die vom Gemeindepräsidenten präsentierte Rechnung schliesst mit einem geringen Minus von 4822 Franken. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 162 730 Franken. Hinter den Erwartungen blieben die Investitionen mit netto fast 80 000 Franken. Im Budget wurden noch 554 000 Franken prognostiziert. Aber die Sanierung der Hüniken-, Haupt- und Hersiwilstrasse lässt weiter auf sich warten. Zum Projekt sind drei Einsprachen eingegangen, die zuerst abgearbeitet werden müssen. Laut Gemeinderat Cyrill Spirig rechnet der Kanton aktuell mit einem Baubeginn im Frühling 2020. Aber schon warten weitere Bauprojekte. Insbesondere müssten Teile des Schulhauses und der Turnhalle saniert werden. Spirig stellte eine erste Bauetappe zur Genehmigung für die Budgetgemeinde in Aussicht.

Um die Spezialfinanzierungen wieder ins Lot zu bringen, hat der Gemeinderat erste Massnahmen bei den Gebühren entschieden und schlägt diese der Gemeindeversammlung vor. Beim Wasser, das in den letzten Jahren mehrheitlich negativ abschloss, soll die Gebühr auf 2.20 Franken pro Kubikmeter erhöht werden, was beinahe eine Verdoppelung ist. Beim Abwasser, das mit hohen Ertragsüberschüssen glänzt, soll die Grundgebühr von 180 auf 100 Franken gesenkt werden. Die Versammelten stimmten den Massnahmen bei einer Gegenstimme klar zu.