In Hubersdorf fliesst die Siggern quer durch das Siedlungsgebiet. Unterhalb der Brücke über die Hauptstrasse stehen die Liegenschaften nahe am Bachufer. In den letzten Jahren gab es immer wieder problematische Situationen nach starken Regenfällen.

Vor zwei Jahren wurde zudem festgestellt, dass in Folge eines grossen Hochwasserereignisses Schäden an der Rampe, die 1988 gebaut wurde, auftraten. Um die Hochwassersicherheit und die Stabilität der Rampe zu gewährleisten, wurde ein Sanierungsprojekt ausgearbeitet.

Die kantonalen Behörden wollten gleichzeitig auch die Fischgängigkeit verbessern. Deshalb wird die knapp 40 Meter lange Rampe der Siggern zurzeit saniert. Konkret heisst das, dass die alte Rampe mit den Blocksteinen und die noch älteren Holzschwellen entfernt und die Rampe neu aufgebaut wird. So viel Material wie möglich wird wieder verwendet. Um die Rampe optimal aufbauen zu können, werden allerdings zusätzlich grosse Blocksteine von bis zu 2,5 Tonnen Gewicht verbaut.

Steiles Stück

Bevor mit den Wasserbauarbeiten begonnen wurde, wurde die Siggern ausgefischt. Neben Forellen wurden dabei auch viele Groppen gefunden. Während die Forellen recht gut schwimmen, sind die Groppen vorwiegend am Grund eines Baches anzutreffen und schwimmschwach. Die Siggern weist von der Quelle bis zur Einmündung in die Aare ganz allgemein ein relativ hohes Gefälle auf. Unterhalb der Brücke in Hubersdorf ist die Steigung für Fische die bachaufwärts wandern möchten speziell steil.

Die neue Blocksteinrampe wird deshalb wabenförmig angelegt. So entstehen viele kleine Becken. Diese Bauweise erfüllt mehrere Zwecke gleichzeitig, wie Marco Kaufmann, der als Landschaftsarchitekt in einem Büro arbeitet, das auf Fluss- und Wasserbau spezialisiert ist, erklärt. Die Steine, die aus dem Wasser ragen bremsen die Fliessgeschwindigkeit. Zudem können die Fische so von Becken zu Becken schwimmen und haben immer wieder die Möglichkeit sich auf ihrem Weg auszuruhen. «Die Fische können kurze Strecken so viel besser überwinden.»

Um die Rampe zu stabilisieren, werden ein Rampenkopf und ein Rampenfuss ausgebildet. Letzterer funktioniert wie ein Tosbecken. Auch das hat wieder den Zweck die Fleissgeschwindigkeit zu bremsen und Energie zu vernichten. «Ohne diese Sicherung würde das Wasser sich selbst ein Loch graben und so die Bachsohle destabilisieren.» Die Folge wäre, dass die Rampe langsam abrutschen würde.

Spezielle Bauweise

Das Platzieren der Steine für die Blocksteinrampe ist nicht ganz einfach. Die Steine müssen gut gesetzt sein und sich ineinander verzahnen. Wo nötig wird die Bachsohle ausgebaggert, wieder mit Kies gefüllt und an einigen wenigen Stellen musste die Böschung instandgesetzt werden. Gleichzeitig mit der Sanierung der Rampe wird auch der Einlauf des Rohrgrabens verstärkt und die Bachsohle in diesem Bereich aufgelandet. Im Gegensatz dazu werden die Auflandungen im Bereich der Brücke abgetragen.

Mitte August sollte der Grossteil der Arbeiten abgeschlossen sein.