Kebag AG

Neue Anlage in Zuchwil kostet 400 Millionen

Wo heute der Kies aus der Emme zum Abtropfen gelagert wird, soll bis 2025 eine neue Kehrichtverbrennungsanlage entstehen.

Wo heute der Kies aus der Emme zum Abtropfen gelagert wird, soll bis 2025 eine neue Kehrichtverbrennungsanlage entstehen.

Der Gemeinderat informierte sich über den Neubau der Kehrichtverbrennungsanlage. Die alte Anlage soll ersetzt werden und spätestens 2025 in Betrieb genommen werden.

221'000 Tonnen Abfall verwertet die Kebag AG am Emmenspitz pro Jahr, sie ist damit die zweitgrösste Kehrichtverbrennungsanlage der Schweiz. Sie versorgt 41'000 Gebäude mit Strom und 12'000 mit Fernwärme und Heisswasser. Ausserdem werden 6'000 Tonnen Metalle – vor allem hochreines Zink – zurückgewonnen. Nun stösst die vierzigjährige Anlage an ihre Altersgrenzen und soll durch einen Neubau ersetzt werden: die Kebag Enova. Markus Juchli, Direktor der Kebag, informierte den Gemeinderat über das bevorstehende Projekt.

Die neue Kehrichtverbrennungsanlage kommt südlich der bisherigen Kebag zu stehen. Sie rückt damit näher zur Kantonsstrasse, auf das Areal des jetzigen Kiesplatzes. Auf diese Weise kann die bestehende Anlage weiterbetrieben werden, bis die neue einsatzbereit ist. «Das ist wichtig, denn pro Tag kommen bei uns 1'200 Tonnen Abfall an – den kann man nicht beliebig stapeln», unterstrich Markus Juchli. In der Kebag wird der Abfall von 184 Gemeinden verwertet, das Einzugsgebiet reicht von der Region Biel bis Aarau und Richtung Bern.

Grösser wird die Anlage allerdings nicht: «Wie bisher sollen rund 221'000 Tonnen Abfall pro Jahr verwertet werden», so Juchli. Die Effizienz werde dank neuen Technologien aber verbessert, so soll künftig zehn Prozent mehr Energie gewonnen werden. Während die bisherige Anlage vier Verbrennungslinien hat, sind für die neue nur noch drei, dafür etwas grössere Ofenlinien, vorgesehen. Zudem wolle man die Emissionen mit zusätzlichen Filtern um etwa 50 Prozent verringern.

Über 100 Millionen Reserve

Juchli betonte ausserdem, dass die Kehrichtsackpreise aufgrund der neuen Anlage nicht steigen werden. Der Tonnenpreis liegt heute bei 135 Franken. Dank Rückstellungen könne die Kebag AG schon jetzt einen Drittel der 400 Millionen teuren Anlage aus eigenen Mitteln finanzieren. Der Gesamtkredit soll von den Aktionären an der Generalversammlung im Juni 2017 genehmigt werden.

Die Dossiers zu Gestaltungs- und Zonenplan mit Sonderbauvorschriften sowie der Raumplanungsbericht wurden nun beim Kanton bereits zur Vorprüfung eingereicht.

Am 6. Juni findet im Lindensaal ein öffentlicher Mitwirkungsanlass statt und bis Ende August dieses Jahres werden dann die Gemeinden angehört. Anschliessend folgen Bauprojekt und Betriebsbewilligung. 2020 soll Baubeginn sein und 2025 möchte man die neue Anlage in Betrieb nehmen. Anschliessend erfolgt der Rückbau der alten Bauten bis 2027.

Kiesplatz zügeln

Über die Umwelt-Aspekte informierte Stephan Schader vom kantonalen Amt für Umwelt. Eine gewisse Einengung gebe es nämlich für die Kiesentnahme. Aufgrund des Kraftwerks Flumenthal muss am Emmenspitz regelmässig und insbesondere nach Unwettern Kies ausgebaggert werden, welcher von der Emme mitgeführt wurde.

Pro Jahr seien das durchschnittlich 18'000 Kubikmeter Kies, die dann zum Abtropfen jeweils auf dem Areal zwischen der jetzigen Verbrennungsanlage und der Kantonsstrasse gelagert werden. Da auf diesem Gebiet der Neubau entstehen soll, rückt das Kiesareal weiter nach Osten, direkt an die Emme.

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