Neubau
Recherswiler Hornusser freuen sich auf ein neues Hüttli

In Recherswil plant die dort ansässige Hornussergesellschaft Recherswil-Kriegstetten einen Neubau.

Urs Byland
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Hornusser von Recherswil-Kriegstetten 2009 im Einsatz.

Hornusser von Recherswil-Kriegstetten 2009 im Einsatz.

Oliver Menge

Die Hornussergesellschaft Recherswil-Kriegstetten besitzt eine der schönsten und vor allem grosszügigsten Anlagen im Kanton. Eigentlich sind es zwei Anlagen, aber diejenige in Kriegstetten liegt nahe von Wohnhäusern, was den Betrieb auf der Anlage erschwert, weil nicht mehr wie früher Hornusser in den Liegenschaften wohnen. Sie wird nicht mehr genutzt. «Das hat die Kriegstetter Hornusser schon geschmerzt», erklärt Vereinspräsident Toni Schmid.

Die Hornusseranlage der Hornussergesellschaft Recherswil-Kriegstetten.

Die Hornusseranlage der Hornussergesellschaft Recherswil-Kriegstetten.

Urs Byland

Dass eine solch schöne Anlage Auswirkung auf die Leistungen der Schläger und Abtuer hat, ist nur normal. 2012 reichte es der Gesellschaft, die rund 100 Aktiv- und Passivmitglieder hat, zum Schweizer Meistertitel in der höchsten Klasse. Recherswil-Kriegstetten war das YB im Hornussen. Dieser Höhenflug hat einige Probleme mit sich gebracht. Die Kameradschaft habe unter dem Starkult etwas gelitten, gesteht der Präsident.

Das 80 Jahre Holzhaus soll abgerissen werden

Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. «Der Zusammenhalt ist wieder besser», so Schmid. Dafür klappts mit dem Hornussen nicht mehr so gut. Inzwischen spielt die beste der drei Mannschaften der Hornussergesellschaft nur noch in der B-Liga. Vorletztes Jahr musste der Abstieg hingenommen werden.

Von links Aktivmitglied Roland Ryser, Präsident der Hornussergesellschaft Anton Schmid, Christoph Schenk, Sponsoring und Marketing und Vizepräsident Bernhard Salzmann.

Von links Aktivmitglied Roland Ryser, Präsident der Hornussergesellschaft Anton Schmid, Christoph Schenk, Sponsoring und Marketing und Vizepräsident Bernhard Salzmann.

Urs Byland

Ob das inzwischen etwas gar alte Vereinslokal, das nun einem Neubau weichen soll, auf die Leistungen abgefärbt hat? «Wohl eher Corona», sagt ­Hornusserpräsident Toni Schmid, der die Gesellschaft seit der Fusion 2012 führt. Damals vereinigten sich die 1920 gegründete Recherswiler mit der 1915 gegründeten Kriegstetter Hornussergesellschaft. Jetzt, während der Pandemiezeit, hätten die Jungen Zeit, um dieses Projekt zum Erfolg zu bringen.

Die Hütte wurde vor 42 Jahren aufgestellt. Nicht als Neubau, es war ein Gelegenheitskauf. Das Holzhaus ist rund 80 Jahre alt. Bereits erneuert wurde vor zwei Jahren der Bockstand. Statt Holzschwellen von der Eisenbahn ist die Abschlagrampe, auf dem die Schläger die Nouss mit dem Stecken abschlagen, neu mit Steinblöcken befestigt.

Hornusseranlage der Hornussergesellschaft Recherswil-Kriegstetten.

Hornusseranlage der Hornussergesellschaft Recherswil-Kriegstetten.

Urs Byland

«Kein Luxusbau, aber ein winterfester»

Der Vorstand hat einen unüblichen Weg beschritten. Zuerst wurde das Baugesuch eingereicht und erst vor kurzem wurden die Mitglieder gefragt. «Wir wollten zuerst wissen, was wir von der Behördenseite her bauen dürfen. Es ist ja Landwirtschaftsland und der Kanton muss am Ende einverstanden sein.» Das Feedback des Kantons sei bisher positiv.

Auch das Feedback der Mitglieder ist positiv. Die Versammlung hat vor kurzem nach Diskussionen zugestimmt. Ein Teil des Vermögens, die Gesellschaft besitzt noch etwas Landwirtschaftsland, soll für den Neubau, der rund 300'000 Franken kosten wird, geopfert werden. Vieles wird mit Eigenleistungen gemacht. «Vielleicht schaffen wir es, ohne Hypotheken auszukommen.» Die Erträge aus den weit herum bekannten Lottomatchs sollen mithelfen. «Es braucht keinen Luxusbau, aber einen zeitgemässen, der winterfest ist.» Wenn alles klappt, will man noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen.

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