In Mühledorf besteht, wie in weiteren Dorfteilen der Fusionsgemeinde Buchegg, keine öffentliche Wasserversorgung. Die Einwohnerschaft erhält ihr Wasser aus privaten Quellen, die teils von ganzen Quartieren genutzt werden. Die Versorgungssicherheit für Trink-, Brauch- und Löschwasser für den Brandfall ist damit nicht überall gewährleistet. Deshalb will die Gemeinde jetzt im ersten Schritt das Teil-GWP (Generelle Wasserversorgungsplanung) für den Dorfteil Mühledorf ab 8. März öffentlich auflegen. Der Auflage gingen umfangreiche, mehrjährige Vorarbeiten in Behörden, im Ingenieur-Unternehmen, sowie in den kantonalen Fachstellen voran.

Noch zu Ende letzten Jahres hat eine öffentliche Mitwirkung der Bevölkerung stattgefunden. Über Eingaben und Änderungen der Planung entschied der Gemeinderat am 11. Januar und legte nun die überarbeitete Fassung vor. Sie beinhaltet die Erschliessung Widi, Weiternutzung der örtlichen Quellfassungen St. Margaretenbrunnen und Rotermatten sowie deren Schutzzonenüberprüfung. Gemeinderat Alex Mann präsentierte und erläuterte das Planungswerk anhand einer Detailkarte Mühledorf und verwies orientierend auf das weitere Kartenmaterial der elf Dörfer umfassenden Gemeinde Buchegg. 

Denn gesamthaft soll die in Etappen aufgeteilte Erneuerung der Wasserversorgung rund 9,3 Mio. kosten. Für die erste Ausbautranche in Mühledorf wurde ein Anteil von 2,3 Mio. errechnet. Getragen werden die Kosten durch prozentuale Beiträge der Gebäudeversicherung bezüglich Leitungsdruck zur Brandbekämpfung, vom Kanton betreffend regionale Vernetzungsanlagen und durch alle Grundeigentümer, die von der in Mühledorf erstmaligen Erstellung der öffentlichen Wasserversorgung profitieren. Im Gebührenreglement der Gemeinde ist festgehalten, wie hoch je nach Grundstücksgrösse dieser Anteil ist. Der Leitungslaufmeter kostet laut Mann rund 900 Franken.

Nur einmalige Auflage

Offenbar war kantonal vorgesehen, dass nach der Auflage der Teil-GWP Mühledorf nochmals ein zweites Verfahren zur Baugenehmigung angehängt würde. Gemeinderat Niklaus Fischer hatte sich jedoch im kantonalen Bau- und Planungsgesetz kundig gemacht. Die Empfehlung der Baukonferenz 2015 lautet auf ein zweites und zeitraubendes Genehmigungsverfahren zu verzichten. Gemeindepräsidentin Verena Meyer formulierte es als ergänzenden Antrag zur einstimmig verabschiedeten Teil-GWP-Auflage: «Wenn zusätzliche Nebenbewilligungen wegen vorheriger erfolgreicher Absprachen mit betroffenen Eigentümern nicht nötig sind, wird auf die zweite Auflage verzichtet».

Gleichzeitig mit der Planauflage beschloss der Gemeinderat, die Gemeinde Lüterswil-Gächliwil und den Zweckverband Wasserversorgung Schöniberg über das Planwerk zu informieren und um deren Zustimmung zu bitten. «Wir sind guten Mutes, dass unsere Bevölkerung dies für die Zukunft von Buchegg wichtige Projekt unterstützt,» betonte Alex Mann.

Friedhofs-Kapazität

Auf dem Gebiet der Gemeinde Buchegg bestehen in Aetingen, Biberen und Mühledorf drei Friedhöfe mit genügend Kapazität. Namens der Betriebskommission fragte Gemeinderat Bruno Bartlome, ob der Weiterbetrieb aller drei Bestattungsanlagen, für die jährlich 40 000 Franken aufgewendet werden, nötig sei. Nach längerer Aussprache über dieses Thema beauftragte der Rat Bartlome, mittels Flyer die Bevölkerung zu einem Diskussionsabend einzuladen, um zu hören, ob die mögliche Schliessung des Friedhofs Biberen «einen Weltuntergang» bedeute. Nicht ausgespart werden soll dabei auch der Vertrag mit der Kirchgemeinde Oberwil, deren örtlichen Friedhof die Einwohnerschaft von Biberen und Gossliwil mit benutzt.