Es ist ein zünftiges Weilchen her, da man den Eishockeyclub (EHC) Zuchwil-Regio vor Beginn einer 1.-Liga-Eishockey-Saison nicht zu den Topfavoriten auf den Regionalmeister-Titel zählen durfte. Jetzt ist es so weit und wer weiss, vielleicht liegt just in dieser neuen Rolle eine tunliche Chance, jüngst offenbarte Schwächen zu verbessern und sonst Vergeigtes zum Klingen zu bringen.

Nach dem ultrabitteren Aus letzte Saison im Playoff-Viertelfinal habe sich der Klub zu einem Paradigmenwechsel entschlossen, sagt Präsident und Sportchef Werner Ulrich. Einige kostspielige Leistungsträger, die ihr Rendement nicht erfüllten, erhielten keinen neuen Vertrag. Dafür kamen Junge, von denen die meisten das Hockey-Abc in Zuchwil erlernten.

So wie die Stürmer Jean-Marc Nydegger (Ajoie Elite) und Mario Seifert (Langenthal Elite) etwa oder die Verteidiger Gregori Felder (East Coast Hockey League) und Lars Schär (Langenthal Elite). Gegangen sind unter anderem Dominic Lüthi (Lyss), Remo Schlapbach (Thun) und aus beruflichen Gründen Mirco Blumenthal (Bucheggberg).

Nach wie vor stark

«Jeder Sieg wird sehr wichtig für uns», sagt der pensionierte Garagier Ulrich. Dies in der Hoffnung, dass durch den Abgang einiger Häuptlinge und den Einbau einiger Indianer die Gesamtleistung des Zuchwiler Motors mit Coach Manfred Reinhard am Steuer optimiert ist. Von wirklichen Zielen will er nicht sprechen, der Mister EHC Zuchwil Regio, der den Klub seit 1999 als Präsident führt.

Aber es ist klar: Alles andere als die Playoffs, für welche sich die acht besten Klubs nach den neu 33 Runden qualifizieren, wäre eine Enttäuschung. Trotz der Verjüngung präsentiert Zuchwil nach wie vor eine Top-Mannschaft. Eine, die sich heuer unter anderem mit einem teamgeistbildenden Trainingslager unter den Palmen Nizzas beim dortigen französischen Topklub aus der ersten Division auf die bevorstehende Saison vorbereitet hat.

Neue Superliga

Die Saison 2016/17, die Zuchwil am Samstag in Burgdorf (17.30 Uhr) startet, steht im Zeichen der Veränderung. Die besten vier Mannschaften aus den drei regionalen 1.-Liga-Gruppen bilden ab der kommenden Saison die Swiss Regio League – eine Art Nationalliga C.

Die restlichen Equipen verbleiben in drei regionalen Gruppen in der 1. Liga Classic. Aus der Zentralschweizer Gruppe steht jetzt schon fest, dass wohl Brandis, Thun, Basel und das neu in der «Berner» Gruppe spielende Bellinzona in die Swiss Regio League «aufsteigen». Einzige Bedingung – die vier Aspiranten müssen sich für die Playoffs qualifizieren. Das sollte für genanntes Quartett jedoch kein Problem sein. Alle anderen wollen gar nicht wirklich aufsteigen...

Zu teuer

«Mindestens eine Million» sei nötig, rechnet Ulrich vor, um in der neuen «nationalen Regional-Liga» mitzumischen und die höheren Reisekosten, Lohnausfälle und Eismieten zu finanzieren. Das wären 400 000 Franken mehr, als mit denen der EHC Zuchwil Regio jetzt unterwegs ist. «Das können und wollen wir nicht mitmachen», sagt Ulrich.

Es sei denn, es fänden sich noch ein paar gütige Geldgeber. Eine weise Einstellung; denn ein EHC Dübendorf oder ein HC Vallée de Joux dürften keine Seele mehr an Zuschauer ins Sportzentrum Zuchwil bringen, als ein SC Lyss oder ein EHC Burgdorf. Ganz im Gegenteil.