Luterbach
Neben Biogen entsteht eine öffentliche Parkanlage

In Luterbach entsteht zwischen dem Biogen-Bau und der Aare ein für die Region neuartiger Park. Die 56'000 Quadratmeter grosse Anlage wird öffentlich zugänglich sein.

Christof Ramser
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Am neu gestalteten Aareufer vor dem Neubau der Biogen soll künftig auch die nationale Veloroute zwischen Aarau und Solothurn entlangführen.

Am neu gestalteten Aareufer vor dem Neubau der Biogen soll künftig auch die nationale Veloroute zwischen Aarau und Solothurn entlangführen.

Illustration /zvg

Das sind heitere Aussichten. Wenn die 400 Angestellten der Biogen in Luterbach in die Mittagspause gehen werden, können sie sich direkt am Aareufer erholen. Durch einen Park vor dem Verwaltungsgebäude gelangen sie ans Wasser – und gemäss Projektideen gar darüber hinaus.

Nicht bloss das Areal im Attisholz Süd wird sein Gesicht grundlegend verändern, auch das Aareufer wird gemäss einem Bericht der Luterbacher Planungs- und Umweltschutzkommission neu gestaltet.

Die 56'000 Quadratmeter grosse Parkanlage baut der Kanton, dem das Areal weiterhin gehört. Sie wird nicht den Biogen-Mitarbeitern vorbehalten, sondern öffentlich zugänglich sein.

Visualisierung der Biogen-Anlage auf dem Borregaard-Areal
5 Bilder
Visualisierung der Biogen-Anlage auf dem Borregaard-Areal
Im Vordergrund zur Aare hin ist das Verwaltungsgebäude geplant, dahinter die eigentliche Biotechproduktion
Am Ende könnten sieben Produktionszellen sowie weitere Produktions- und Versorgungsgebäude auf dem Areal stehen.
Visualisierung der Biogen-Anlage auf dem Borregaard-Areal

Visualisierung der Biogen-Anlage auf dem Borregaard-Areal

zvg

Auch die Bewohner des Nord- und Südareals Attisholz sowie die Mitarbeiter der künftigen Betriebe auf dem Nordareal dürften den Park als Naherholungsgebiet nutzen. «Er ist eine Bereicherung für Mensch und Tier und stellt ein Novum für die Region dar», steht in den Erwägungen der Planungskommission.

Auf Riedholzer Seite ist eine gemischte Wohn- und Arbeitsnutzung vorgesehen. Auch dort soll der Flussbereich attraktiver gestaltet werden. Das gesamte Werkgelände von Biogen soll nicht umzäunt werden. Auch von der Aareseite her bleibt es zugänglich.

Uferpark geht in die Breite

Inzwischen ist der Ideenwettbewerb für den Uferpark ausgewertet. Aus fünf Projekten verschiedener Teams hat ein Beurteilungsgremium mit Gemeinde- und Kantonsvertretern das Projekt mavo aus Zürich zur Weiterbearbeitung empfohlen.

Eine Rahmenbedingung ist ein durchgängiger Uferweg für den Langsamverkehr, sprich für Fussgänger und Velofahrer. Die nationale Veloroute zwischen Aarau und Solothurn soll neu am Aarestrand vorbeiführen statt wie bisher entlang den Bahngleisen. Die aktuellen Uferwege seien heute grösstenteils schmal und nur eindimensional beziehungsweise linear erlebbar.

Velo- und Fussgängerwege sollen entflechtet werden. Der neue Uferpark gehe in die Breite und biete somit über das ganze Jahr hinweg mehr Nutzungsmöglichkeiten an.

Während der öffentlichen Mitwirkung werden die Projekt- und Nutzungspläne online zugänglich gemacht. Nach der Mitwirkung geht die Planungshoheit von der Gemeinde an den Kanton über. «Die Planungsprojekte würden die personellen und finanziellen Ressourcen unserer Gemeinde sprengen», sagt der Luterbacher Gemeindepräsident Michael Ochsenbein (CVP).

«Der Natur zurückgeben»

Er hat die Pläne bereits gesehen und zeigt sich davon beeindruckt. Ursprünglicher Lebensraum soll wieder hergestellt werden. Das sei sinnvoll. «So wird ein Teil, den man von der Natur gepachtet hat, dieser wieder zurückgegeben, ohne dass man sie dem Menschen wegnimmt.» Für Luterbach sei der öffentliche Uferpark zweifellos ein Attraktivitätsgewinn. Den Unterhalt besorgt die die Gemeinde Luterbach.

Wie der Aareraum konkret zugänglich gemacht und der Uferbereich verändert werden soll, kann Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli noch nicht bekannt geben. Er verweist auf laufende Gespräche und auf das Mitwirkungsverfahren, das am 28. April in Luterbach um 19.30 Uhr mit einer Informationsveranstaltung startet.

Bis spätestens Ende 2018 müssen die öffentliche Erschliessung und die Parkanlage realisiert sein. Der Gemeinderat, der seinerseits Jürg Nussbaumer in das Entscheidungsgremium delegiert hat, hat vom Gestaltungsplanentwurf zustimmend Kenntnis genommen. Das weiter zu verfolgende Projekt wird als gut befunden. 2019 will Biogen ihren Betrieb in Luterbach aufnehmen.