Bucheggberg

Naturschutz und Wald gehören im Bucheggberg zusammen – dies zeigt der Abendwaldgang

Mark Hunninghaus und Anina Zollinger erklären das Projekt Wiesel.

Mark Hunninghaus und Anina Zollinger erklären das Projekt Wiesel.

Am Abendwaldgang in Lüterkofen-Ichterswil stellt Revierforster Mark Hunninghaus den Besuchern die Naturschutzprojekte im Bucheggberg vor. Der Spaziergang zum Thema «Lebensraumaufwertung im Bucheggberg» lockte viele Interessierte an.

«Sich mit der Ansiedlung von Kleinlebewesen zu befassen, ist auf den ersten Blick eine etwas ungewöhnliche Beschäftigung für die Waldwirtschaft», meinte der Revierförster Mark Hunninghaus am Abendwaldgang des Waldwirtschaftsverbandes Bucheggberg. Aber der Wald habe verschiedene Funktionen, so auch die Förderung der Biodiversität und die Bereitstellung einer Vielzahl an Ökosystemen. Waldwirtschaft gehe Hand in Hand mit Naturschutz, fuhr er fort. Rund 60 interessierte Männer, Frauen und Kinder hatten sich beim Waldhaus Lüterkofen-Ichertswil eingefunden, um am Spaziergang zum Thema «Lebensraumaufwertung im Bucheggberg» teilzunehmen. Hunninghaus stellte zusammen mit Kreisförsterin Daniela Gurtner und Biologin Anina Zollinger verschiedene Naturschutzprojekte vor, die im Bucheggberg laufen.

350 geschützte Bäume markiert

Daniela Gurtner berichtete über das Projekt «Biotopbäume», das vor zwei Jahren startete. «350 Bäume im Bucheggberg sind als sogenannte Biotopbäume markiert und mit GPS erfasst», erklärte sie. Die Bäume werden ausgewählt nach ihrem markanten Aussehen. Sie sind geprägt durch einen Blitzschlag, besonders gewachsen, mit Efeu oder Misteln bedeckt und bieten somit einen vielfältigen Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Ihre Standorte bilden ein Netzwerk, das ihren Bewohnern die Möglichkeit gibt, sich fortzubewegen. Insekten, Spinnen, Flechten, Käfer oder Vögel finden hier ein Zuhause. Die Baumbesitzer müssen sich verpflichten, diese Hölzer bis zu deren vollständigen Zerfall zu erhalten. Sie bekommen jedoch eine Entschädigung dafür. Bereits seit 20 Jahren läuft das Projekt Waldrandaufwertung, das sich gut bewährt hat. Eine schöne Stufung durch unterschiedlich hohen Pflanzenbewuchs soll auch hier Lebensraum und Schutz für viele Tier- und Pflanzenarten bieten, berichtete die Försterin.

Das Förderprojekt für Wiesel, Amphibien, Reptilien und Libellen im Bucheggberg will Strukturen schaffen, die verschiedenen Tierarten nützlich sind, um die Verbesserung des Lebensraums für möglichst viele Arten zu erzielen. Davon, dass die Schaffung von Kleintümpeln bereits Erfolge zeigte, konnten sich die Spaziergänger selber überzeugen. In einigen der seichten Gewässer wimmelte es von Gelbbauchunken.

Eine böse Überraschung erlebte der Förster, als er am Tag vor der Veranstaltung den Rundgang ablief. Die Asthaufen, die er als Anschauungsobjekt für die Förderung von Mauswiesel und Hermelin brauchen wollte, waren verschwunden. «Die hat wohl jemand entwendet, der nicht wusste, wozu sie gut sind, und Brennholz daraus gemacht», vermutete er. In einer Feuerwehrübung mussten Bäume gefällt und neue Haufen aufgeschichtet werden. Für das Wiesel sind Asthaufen an den Waldrändern ideal. «Das kleinste Raubtier der Welt ist ein ausgezeichneter Mäusejäger», berichtete Anina Zollinger. Deshalb werde es kaum schwerfallen, Landwirte für ihr Projekt zu gewinnen und sie davon zu überzeugen, auf ihren Feldern Strukturen zu schaffen, die den kleinen Jägern Schutz bieten, mutmasste sie.

Wertschätzung von den Gemeinden

Trägerschaft dieses vierjährigen Pilotprojekts sind die Forstbetriebe. Die Kosten von rund 400 000 Franken werden vom Bundesamt für Umwelt und verschiedenen Stiftungen übernommen. Einen kleinen, eher symbolischen Beitrag leisten die Gemeinden Buchegg, Lüterkofen und Lüterswil. Sie wollen damit ihre Wertschätzung ausdrücken, dass in ihren Wäldern etwas für die Vielfalt der Natur getan wird, meinte Hunninghaus.

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