Das Einturnen ist in vollem Gange, die Mädchen aus den Kategorien K1 und K2 machen sich bereit. «Den Blick nicht zum Bein richten» oder «Bauch anspannen». Das sind Tipps, die man von den Trainerinnen und Trainern aufschnappen kann.

Gefragt sind Konzentration und Disziplin, und das ist bei den Kleinsten gar nicht so einfach, zumindest nicht, wenn Freundinnen neben einem auf dem Bänkli sitzen, und man warten muss, bis man selbst an der Reihe ist. Doch die jungen Turnerinnen meistern dies meist mit Bravour und zeigen grosses Engagement.

Beim pompösen Einmarsch in die Halle dürfen die persönlichen Glücksbringer natürlich nicht fehlen. Meist sind dies Stofftiere in allen Variationen. Dann wird es plötzlich mucksmäuschenstill.

Gelegentlich hört man den metallenen Klang beim Verstellen der Reckstange oder die rasselnden Ketten der Schaukelringe. Und immer wieder Applaus aus dem Publikum, wenn eine Turnerin ihr Können vorgeführt hat.

Hundert Helferinnen und Helfer

«Obwohl Geräteturnen im Unterschied zum Kunstturnen eine Breitensportart ist, gibt es auch hier einige, die mit grossem Ehrgeiz dabei sind und zum Teil viermal pro Woche trainieren», weiss GETU-Leiterin Irène Iff.

Sie leitet das Geräteturnen (GETU) Derendingen und hat die kantonale Nachwuchsmeisterschaft, welche zu den bedeutendsten Anlässen des Geräteturnjahres gehört, nach Derendingen gelotst. Vor eineinhalb Jahren hat das OK mit der Planung begonnen, nun ist man froh, dass alles klappt. «Über hundert Helferinnen und Helfer stehen im Einsatz», sagt die GETU-Leiterin. Es könne gut sein, dass Derendingen diesen Anlass wieder einmal durchführen dürfe.

«Was hat sie gehabt?», flüstert ein Mädchen im blau-schwarzen Derendinger Dress nach der Reckdarbietung einer Kollegin und schaut gebannt, welche Punktzahl gleich in die Höhe gehalten wird.

Eine 9.40 – das ist gut, und ein aufgeregtes Tuscheln geht durch die Reihe. Gut abgeschnitten hat auch Mirjam von Rohr, die einen besonderen Erfolg erzielte. Sie hat sich als Siegerin K4 bereits am Vortag einen Heimsieg für Derendingen erturnt – zur grossen Freude der Organisatoren. «Geräteturnen macht einfach Spass», sagt die Jugendliche mit Jahrgang 2002, die erst vor fünf Jahren mit dieser Sportart angefangen hat.

«Vielseitig und elegant»

«Geräteturnen ist vielseitig und elegant», schwärmt auch Sonja Nussbaumer vom Vorstand des Solothurner Turnverbandes. Man könne an den Schaukelringen schwingen, beim Sprung fliegen – das gehöre sicher für viele Kinder zu den Highlights. Zudem gehören Boden und Reck zu den Disziplinen und bei den Knaben auch der Barren. Eine besondere Freude sei für Sonja Nussbaumer der diesjährige Anmelderekord von 420 Teilnehmenden, sagt sie. Und obwohl die Knaben, welche nur am Vortag geturnt hatten, noch immer klar in der Minderheit seien, könne man mit rund achtzig Jungs einen Zuwachs feststellen.

Hochbetrieb herrscht nicht nur in den Hallen, sondern auch im Kaffeestübli und in der Festwirtschaft. Man trifft sich zu Kuchen, Grilladen und natürlich auch zum gemütlichen Beisammensein.

Siegerinnen

K1 Zora Marchesi, Dorneck-Thierstein
K2
Michelle Schmutz, Schnottwil
K3
Johanna Wepfer, Kaufleute Solothurn
K4
Mirjam von Rohr, Derendingen

Sieger

K1 Dario Camenisch, Lohn

K2 Nias Fischer, Wolfwil

K3 Timon Thuner, Lohn

K4 Noa Wyss, Kaufleute Solothurn.

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