«Wir wollen Golfsport über alle Altersklassen hinweg attraktiv machen und die Volksgesundheit fördern», sagt Jochen Müller, Leiter der Direktion Freizeit bei Migros Aare. Das verbinde die Migros-Golfplätze mit der Anlage in Aetingen.

Allerdings: Über den Verkauf rümpfen manche Limpacher Mitglieder die Nase. Denn mit der Migros, so befürchten sie, würden die Massen das idyllische Green am Fuss des Bucheggbergs überschwemmen. Die Exklusivität des bisher privaten Clubs wäre dahin. Bereits sollen Mitglieder den Club wechseln. Bloss: Wer austreten will, muss dies bis Ende Juni tun. Sonst verlängert sich die Mitgliedschaft um ein Jahr. 

Roland Meyer, Geschäftsführer des Golfplatzes Wylihof in Luterbach, bestätigt das gesteigerte Interesse an seiner Anlage. «Mir ist zu Ohren gekommen, dass es unzufriedene Mitglieder im Limpachtal gibt», sagt Meyer. In den letzten vier Tagen habe man sieben Mitgliedschaften verkauft. Ein Aktienpaket im Wylihof kostet 25 000 Franken. Als Privatclub mit entsprechendem Angebot sei man in Luterbach für die Limpachtaler natürlich interessant – aber nicht nur für diese. Im Zuge des Ausbaus auf dem Wylihof wird die Mitgliederzahl auf 800 aufgestockt. Noch 50 Aktienpakete seien zu haben, so Meyer.

Rudolf Schnorf hat die Unruhe bei Mitgliedern von Golf Limpachtal registriert. Er hofft, dass diese ihm eine faire Chance geben, die Hintergründe des Verkaufs zu erklären. Eine Chance dazu bietet sich an der Generalversammlung vom 31. Mai.

«Ausbau ist kein Thema»

Der bisherige Besitzer widerspricht Gerüchten von steigenden Nutzerzahlen. Das sei mit der heutigen Kapazität gar nicht möglich. «Ein Ausbau ist nicht vorgesehen.» Dies unterstreicht Andrea Bauer, Mediensprecherin der Migros Aare. «Ein Ausbau ist kein Thema.» Im Zuge der Partnerschaft wolle man aber schauen, dass die Nutzerzahlen «optimiert werden können». Laut Schnorf sind aufgrund der Übernahme keine Veränderungen vorgesehen. Auch an der Greenfee, der Gebühr für die Benutzung des Platzes, ändere sich vorerst nichts. Alle Mitarbeiter würden weiterbeschäftigt. Auch das Restaurant Limpach’s werde unverändert weitergeführt.

Und wie steht es um die schlechte Anbindung an den öffentlichen Verkehr? Auch diese sei kein Thema, sagt Bauer. Ausserdem würden Golfer selten den öffentlichen Verkehr benützen. «Sollten wir feststellen, dass es Handlungsbedarf gibt, ergreifen wir Massnahmen.»

Die Gründe für den Verkauf seien persönlicher Natur, sagt Rudolf Schnorf. «Sicher noch ein Jahr» will er den Betrieb des Golfclubs Limpachtal eng begleiten. «So kann ich mich kontinuierlich aus der Verantwortung zurückziehen.»