Künstler Stefan Lanz

Nach Vandalenakt in Montreux steht Figurengruppe heute in Derendingen

Statt in Montreux steht nun das Werk «Les artistes et les spectateurs» von Stefan Lanz beim Alters- und Pflegeheim Tharad in Derendingen.

Es sei für ihn eine grosse Ehre gewesen, dass sein Werk überhaupt das strenge Auswahlverfahren geschafft habe. Bildhauer und Künstler Stefan Lanz konnte an der 6. Biennale in Montreux, die noch bis 20. Oktober läuft, die aus Holz gesägte Figurengruppe «Les artistes et les spectateurs» präsentieren. Gross war dann aber die Enttäuschung, als in der ersten Septembernacht Vandalen sein Werk sowie drei weitere zerstörten. Lanz liess sich nicht entmutigen und versuchte zu flicken, was möglich war.

Die Säule mit den Artisten wurde um eine Person verkürzt. Die oberste Figur (der Fotograf) konnte nicht mehr gerettet werden. Es fehlten einige wesentliche Teile. «Sie wurden vermutlich in den Genfersee geschmissen», sagt der Künstler. In Montreux wollte der Attiswiler Lanz die neue Figurengruppe nicht mehr zeigen, sie bereichert bis heute 26. September seine Ausstellung im Alters- und Pflegeheim Tharad in Derendingen, wo 13 weitere Werke von ihm zu sehen sind.

«Ein schmerzliches Erlebnis»

Der Vandalenakt hat bei Lanz Spuren hinterlassen. «Die Chance, bis Anfang November mein Werk auf einer so publikumswirksamen Plattform präsentieren zu können, ist futsch, zudem werden ja am Ende der Ausstellung für zwei Werke Preise verliehen. Dieser Chance sind die geschädigten vier Künstler auch beraubt worden.»

Die Verantwortlichen der Ausstellung haben ihm zwar die Möglichkeit eingeräumt, die verbliebenen reparierten Figuren wieder am alten Platz zu installieren. «Aber es wäre einfach nicht mehr dasselbe», so der enttäuschte Lanz. Grundsätzlich seien die Werke vom Aussteller bis zu einem gewissen Wert versichert, erklärt Lanz auf Nachfrage. Wie hoch eine mögliche Entschädigung für den Schaden ist und wann sie erfolgen wird, sei noch offen. «Abgesehen von einer in Aussicht gestellten Versicherungsentschädigung, war es für mich ein sehr schmerzliches Erlebnis, die Trümmer im Werkhof Montreux abholen zu müssen.»

Heute Abend Führung an der Finissage

Die letzte offizielle Führung im Rahmen seiner aktuellen Ausstellung, die vom Dingkult-Club Derendingen initiiert wurde, findet an der Finissage heute Donnerstag Abend um 18 Uhr im Tharad statt. Nach dem 26. September werden einige Skulpturen weggebracht. Sie wurden verkauft oder gehen zurück in sein Depot. Die Figurengruppe mit den beiden Akrobaten, dem Sterngucker und der eleganten Dame bleiben noch für längere Zeit vor dem Haupteingang des Alters- und Pflegeheim aufgestellt. Im Park verbleiben zudem die Skulpturen «Freundeskreis» und « Der Wächter».

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