Kirschblüten-Gemeinschaft
Nach Hausdurchsuchungen wird Samuel Widmers Sohn verhaftet

Bei den Hausdurchsuchungen Mitte März bei der Kirschblütengemeinschaft in Lüsslingen-Nennigkofen wurde nicht der spirituelle Führer Samuel Widmer persönlich, sondern sein Sohn von der Polizei verhaftet. Warum, kann nur gemutmasst werden.

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Samuel Widmer. (Archivbild)

Samuel Widmer. (Archivbild)

Oliver Menge

Samuel Widmer hat es als spiritueller Anführer der Kirschblütengemeinschaft in der Solothurner Gemeinde Lüsslingen-Nennigkofen zu zweifelhaftem Ruhm gebracht. Dem Arzt Psychiater, Psychotherapeut und Buchautor wird von ehemaligen Anhängern vorgeworfen, bei seinen Therapien und Seminaren illegale Drogen wie LSD und Ecstasy gebraucht zu haben.

Eine Strafanzeige einer sozialen Institution hat schliesslich Mitte März zu Hausdurchsuchungen und Befragungen bei der Kirschblütengemeinschaft geführt. Festgenommen wurde dabei der ältestes Sohn Samuel Widmers, wie der "Tages-Anzeiger" am Samstag berichtet.

Begründet wurde die Festnahme von der Solothurner Staatsanwaltschaft nicht. Der "Tages-Anzeiger" vermutet, dass Widmers Sohn als Drogenkurier für seinen Vater und die Klienten tätig war. Aussteiger sollen berichtet haben, dass der 21-Jährige illegale Substanzen vor den kollektiven Sitzungen und Kursen aus dem Versteck geholt haben soll. Anscheinend gebe es ein grosses Lager an Drogen, welche Widmer in Wohnungen von entfernt lebenden Anhängern versteckt habe, wie die Zeitung weiter berichtet. Widmer selbst hat sich gegenüber der Zeitung zur Festnahme seines ältesten Sohnes nicht geäussert.

Samuel Widmer hat die Vorwürfe gegen ihn, illegale Substanzen bei den Therapien einzusetzen, stets bestritten. Erst kürzlich hat ein Beitrag der deutschen ARD allerdings mit versteckter Kamera nachgewiesen, dass bei Zusammenkünften die Drogen Meskalin und MDMA eingesetzt wurden. (fam)