Wer in Lüterkofen Richtung Nennigkofen an den letzten Häusern vorbeifährt, dem stechen die verkohlten Überreste sofort ins Auge. Ein rund 250-jähriges Bauernhaus war am Pfingstmontag niedergebrannt. Die knapp 80 Feuerwehrleute konnten verhindern, dass das Feuer auf die Nachbarhäuser sprang – das Bauernhaus aber war nicht mehr zu retten.

Dieses bestand aus zwei Wohnparteien: In der einen lebte eine ältere, pflegebedürftige Frau, welche in dieser Woche von einer Frau aus Polen gepflegt wurde. In der anderen ein älteres Ehepaar, welches ihren Wohnraum vor einem Jahr gekauft hatte. Laut Gemeindepräsident Roger Siegenthaler hatten sich zum Zeitpunkt des Brandes alle vier Personen im Haus befunden, konnten sich aber rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Siegenthaler berichtet: «Die Pflegerin hat einen Knall gehört und den Brand dadurch bemerkt». Sofort haben die beiden Frauen das Haus verlassen, «die Pflegerin stand in Pantoffeln da, hielt nur ihren Pass in den Händen». Der Dachstock sei in kürzester Zeit niedergebrannt. Die Wohnung des Paares erlitt einen Totalschaden und müsse komplett abgerissen werden.

Bei der Wohnung der älteren Frau könne eventuell ein Teil des unteren Stockwerks stehen bleiben, so Siegenthaler. In der fast unbeschädigten Küche stehen noch Töpfe auf dem Herd, im Ofen befindet sich ein frischgebackener Zopf. «Die Frauen bereiteten wohl gerade ihr Mittagessen zu», sagt Siegenthaler. Das Büsi der Frau wird seit dem Brand vermisst.

In Lüterkofen ist in einem Wohngebäude ein Brand ausgebrochen

In Lüterkofen ist in einem Wohngebäude ein Brand ausgebrochen.

Einwohner helfen in der Not

Die Hilfsbereitschaft der Bewohner von Lüterkofen sei überwältigend gewesen, «unmittelbar nach dem Brand hatten wir für beide Parteien eine geeignete Notunterkunft gefunden». Das Paar sei vorübergehend bei einer Frau in Lüterkofen untergekommen, die ältere Frau im Pflegeheim in Lohn-Ammannsegg. Sie sei zwar unversehrt davongekommen, stehe aber nach wie vor unter Schock, berichtet eine Nachbarin, welche anonym bleiben möchte.

Der Sachschaden bewegt sich nach ersten Einschätzungen der Gebäudeversicherung bei einer knappen Million. Die Ursache des Brandes ist laut Thomas Kummer, Mediensprecher der Kantonspolizei, noch nicht bekannt.

Vollbrand in Lüterkofen

Vollbrand in Lüterkofen