Gegen die Revision der Ortsplanung von Lüsslingen-Nennigkofen sind 26 Einsprachen von 18 Parteien eingegangen. Die Einsprachen betreffen unter anderem das blockierte Bauprojekt Mühlegarten der Wohnbaugenossenschaft Am Bach, einer Initiative der Kirschblütengemeinschaft, einen Fussweg entlang der Bürenstrasse oder die neue Zufahrtsregelung zur Witi-Schutzzone.

Die zweite Auflage des Planwerkes zeigt nun, was gegenüber der 1. Auflage und nach den Einspracheverhandlungen abgeändert wurde. So wurde aufgrund einer Einsprache der heute eingedolte Dorfbach bei der Dorfstrasse Richtung Norden, innerhalb der Bauzone mit einer Gewässerbaulinie gesichert, wie im bestehenden Gestaltungsplan vorgesehen. Auf eine Uferschutzzone, wie in der 1. Auflage angezeigt, wird verzichtet.

Einsprachen berücksichtigt

Ebenfalls aufgrund einer Einsprache wird auf eine Gestaltungsplanpflicht auf GB Nennigkofen Nr. 329 verzichtet. Aufgrund der Grösse der Parzelle sei eine Gestaltungsplanpflicht nicht zwingend notwendig, eine Veräusserung oder eine Überbauung der Fläche werde unnötig erschwert. Sollte ein Einbezug der Parzelle in einen grossen Gestaltungsplan auf den benachbarten Parzellen (GB NR. 141 und 448) gewünscht werden, sei dies nach wie vor möglich. Bei den Nachbarsgrundstücken handelt es sich um das Land, auf dem die Kirschblütler eine Gewerbe-und Wohnüberbauung realisieren wollen.

Auch zur benachbarten Parzelle mit dem ehemaligen «Rössli» (GB Nr. 143) ist eine Einsprache eingegangen: Die Ortsbildschutzzone sei nicht auf das «Rössli» zu erweitern und die bestehenden Bäume an der Bürenstrasse seien nicht unter Schutz zu stellen. Der Gemeinderat hat die Einsprache gutgeheissen. Mit der kantonalen Schutzverfügung der Liegenschaft «Gasthof Rössli» sei nicht nur das Gebäude sondern auch die unmittelbare Umgebung unter Schutz gestellt, so die Begründung. Die Eigentümerschaft wolle die Bäume nicht entfernen, und die Unterschutzstellung der Bäume würde eine Nutzungsbeschränkung für die unbebaute Parzelle GB Nr. 141 nach sich ziehen. Mit der GP-Pflicht und dem kantonalen Schutz des «Rössli» sei dem Ortsbildschutz genügend Rechnung getragen.

Weiterzug möglich

Die Nutzungsbeschränkungen auf dem «Aareinseli» haben auch Auswirkungen auf die Ortsplanung von Lüsslingen-Nennigkofen. Die Zufahrt in der Witi sollte in der ersten Auflage geändert werden und neu über die Bahnhofstrasse beim östlichen Bahnübergang erfolgen. Weil die Nutzung auf dem «Aareinseli» aufgrund eines Regierungsratsbeschluss eingedämmt wird, ging der Gemeinderat nochmals über die Bücher. Neu erfolgt die Zufahrt wie bis anhin über die Rechenstrasse in Nennigkofen.

Gemeindepräsident Herbert Schluep äussert sich zufrieden mit dem Verlauf der Ortsplanungs-Revision, ist aber überzeugt, dass einige nicht berücksichtigte Einsprachen weitergezogen würden. (uby)