Todesfälle
Nach dem Tod von zwei Mädchen: Trauer und Ratlosigkeit in Gerlafingen

Am Samstag fand die Kantonspolizei Solothurn zwei Kinder tot in einer Wohnung, die Mutter der beiden wurde verhaftet. Die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde trauern in den Sozialen Medien und vor Ort.

Rebekka Balzarini
Merken
Drucken
Teilen

Am Samstagmorgen ging bei der Kantonspolizei Solothurn eine Meldung ein, die in Gerlafingen für grosser Trauer sorgte: In einem Gebäude im Dorf seien zwei Kinder verstorben. Laut der Kapo rückten gleich nach der Meldung mehrere Polizeipatrouillen und eine Ambulanz nach Gerlafingen aus. Das schreibt die Polizei in einer Mitteilung, die am Samstagabend verschickt wurde. Später war auch ein Helikopter der Rega im Einsatz.

«In der betroffenen Wohnung fand die Polizei zwei tote Kinder im Schulalter. Aufgrund der angetroffenen Situation und ersten Ermittlungen ist von einem Gewaltverbrechen auszugehen», heisst es in der Mitteilung weiter. Als Tatverdächtige habe man die Mutter der Kinder festgenommen. Weitere Informationen zur Tat gibt es von Seite der Kapo vorerst nicht, sie verweist auf die laufenden Ermittlungen.

Trauer in den Sozialen Netzwerken

Die Tat löste in der Gemeinde grosse Trauer aus. «Wir sind zutiefst bestürzt über diesen tragischen Vorfall. In Gedanken sind wir bei den Angehörigen, Verwandten und Bekannten der beiden Kinder und sprechen ihnen unser herzlichstes Beileid aus», schreibt Einwohnergemeinde Gerlafingen am Sonntag in einer Medienmitteilung. Und: «Wir setzen alles daran, dass die betroffenen Lehrpersonen und die Mitschülerinnen und Mitschüler in der Verarbeitung dieses tragischen Ereignisses bestmöglich unterstützt werden».

Auch in der Bevölkerung ist die Betroffenheit gross. Das zeigen die vielen Beiträge in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Gerlafinge wenn...». Viele Einwohnerinnen und Einwohner trauern dort um die beiden Kinder. «Ech zünde es Kerzli a für di 2 Chend wo höt eres Läbe verlore hend», schreibt eine Userin über einem Bild von einem Engel, der eine Kerze in der Hand hält. «Oh mein Gott, schrecklech....Da blibi aus Mami eifach sprachlos....RIP», schreibt eine andere Userin.

Weitere User teilen ähnliche Nachrichten, oder wünschen den Angehörigen viel Kraft. Nachbarn haben vor dem Eingang der Überbauung, wo die Kinder gestorben sind, Kerzen aufgestellt.

Care-Team im Einsatz

Auch für die Polizei ist ein Einsatz wie der in Gerlafingen nicht einfach zu bewältigen, schreibt Bruno Gribi, der stellvertretende Leiter Kommunikation und Medien bei der Kantonspolizei. «Solche tragischen Ereignisse gehen auch an den Einsatzkräften nicht spurlos vorbei – solche Bilder vergisst man nie», schreibt er.

«Zur Betreuung von betroffenen Mitarbeitenden war auch der Psychologische Dienst der Kantonspolizei Solothurn im Einsatz, nebst zahlreichen weiteren Spezialdiensten. Das Care-Team übernahm die Betreuung von Direktbetroffenen.»

Auch in der Schule wird laut dem Gemeindepräsidenten Philipp Heri ein Care-Team anwesend sein, wenn die Lehrpersonen in den betroffenen Klassen heute ihre Schülerinnen und Schüler darüber informieren, dass zwei ihrer Klassenkameradinnen in Zukunft fehlen werden.