Selzach
Nach Corona-Erkrankung: Wirtepaar muss das Restaurant Bahnhof früher als geplant schliessen

Hanni und Kurt Kocher-Käch schliessen das Restaurant Bahnhof in Selzach, nachdem beide an Corona erkrankten. 48 Jahre lang hatten sie den Betrieb geführt.

Andreas Toggweiler
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Hanni und Kurt Kocher-Käch

Hanni und Kurt Kocher-Käch

zvg

Das Selzacher Restaurant Bahnhof wird nicht wieder eröffnen. Dies hat das Wirtepaar Hanni und Kurt Kocher-Käch diese Woche kommuniziert. «Leider hat das Coronavirus auch uns heimgesucht, wir sind beide angeschlagen und im Pensionsalter», heisst es in der Mitteilung an die Kundschaft, in der man sich bei der Kundschaft bedankt. «Aus diesem Grund haben wir schweren Herzens entschieden, das Restaurant Bahnhof nicht mehr zu eröffnen und in Pension zu gehen.»

Für 50 Jahre reichte es leider nicht mehr

Damit geht in Selzach eine Ära zu Ende. Nach 48 Jahren, davon 45 Jahren als Wirt, wie Kurt Kocher (68) auf Anfrage erklärt. «Gerne hätte ich eigentlich noch das 50-Jahre-Jubiläum mit meinen Gästen gefeiert, doch es hat nicht sollen sein», erklärt der Gastgeber, der das «Bahnhöfli» schon in dritter Generation führt.

Denn wie für viele Wirte ist das Jahr 2020 ein annus horribilis, ein schreckliches Jahr. Nach dem Lockdown im Frühjahr habe man zwar am 12. Mai wieder geöffnet und auch sehr guten Zuspruch von Gästen erfahren. «Die Leute sind wieder gekommen und zwar ziemlich zahlreich. Es lief gut», erklärt Kocher. Doch im letzten Halbjahr sei es ihm gesundheitlich nicht so gut gegangen, berichtet er.

Und dann kam Corona, nicht als «Gästeschwund» sondern direkt, als Virus. «Ich wurde positiv getestet und wir haben am 23. Oktober das Restaurant sofort geschlossen. Nach einer Woche ging es mir so schlecht, dass ich ins Spital musste», erzählt Kocher. Heute gehe es ihm wieder besser, er müsse aber immer noch in die Atemtherapie.

Eine Episode mit einschneidenden Folgen

«Meine Frau hat es auch erwischt, doch sie hatte zum Glück einen milderen Verlauf und konnte zuhause bleiben.» Die Episode war im Leben des Wirtepaars derart einschneidend, dass sie sich jetzt fürs aufhören entschieden haben.

Schweren Herzens mussten sie sich von zwei Angestellten trennen, dazu gebe es jetzt allerhand Papierkram im Zusammenhang mit der Schliessung des Restaurants zu erledigen. Wie es mit dem «Bahnhöfli» konkret weitergeht, – Stichwort Verkauf oder Verpachtung – das können Kochers jetzt noch nicht sagen. Zuerst sei mal eine Denkpause angesagt. «Wir wollen uns zuerst mal etwas Zeit nehmen», meint Kocher, zum Aufräumen und Distanz gewinnen.

Lichterlöschen auch beim «Feldschlösschen»

Das Restaurant Feldschlösschen in Grenchen schliesst Ende Jahr.

Das Restaurant Feldschlösschen in Grenchen schliesst Ende Jahr.

Kevin Cahannes

Derweil wurde bekannt, dass auch in Grenchen ein Traditionslokal Ende Jahr seine Pforten schliesst. Wie im «Grenchner Stadtanzeiger» zu lesen war, wollen Bayram und Mehmet Yigit das Restaurant Feldschlösschen Ende Jahr schliessen. Der Entscheid sei schon länger gereift, lassen sie sich vernehmen, und die harte Arbeit, teilweise mit 15-Stunden-Tagen, forderte gesundheitlichen Tribut.