Dorfzeitung
Nach 21 Jahren: Die letzte Ausgabe der «Hessigkofer News»

In 21 Jahren erschien die «Hessigkofer News» 37 Mal. Nun muss Göpf Berweger, der das Blatt in den letzten sechseinhalb Jahren produzierte, die Dorfzeitung einstellen.

Urs Byland
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Göpf Berweger.

Göpf Berweger.

Christof Ramser

Mit der 37. Ausgabe und nach 21 Jahren endet die Ära der «Hessigkofer News». Die frühere Dorfzeitung wurde trotz der Fusion von Hessigkofen mit zehn weiteren Gemeinden zu Buchegg weitergeführt und ist das Nachrichtenblatt des Dorfteils Hessigkofen geblieben. Jetzt will aber News-Macher Göpf Berweger, der sechseinhalb Jahre für Fotos und Berichte verantwortlich war, die Dorfteil-Zeitung aus persönlichen Gründen abgeben. «Ich habe zwei, drei Personen angesprochen, die im Dorf leben und die diese Tätigkeit hätten bewältigen können, aber es hat sich niemand zur Verfügung stellen wollen», erklärt Göpf Berweger. Er hat die Arbeit ehrenamtlich geleistet und eine geringfügige Entschädigung dafür erhalten. Das kleine Blatt wollte den sozialen Austausch und Zusammenhalt im Dorf fördern und wurde gratis in alle Briefkästen verteilt.

Auch die Finanzen flossen nicht mehr ohne Geldsuche von Berweger. «Als Hessigkofen noch eine selbstständige Gemeinde war, wurden die beiden Ausgaben jährlich aus der Gemeindekasse finanziert.» Das endete mit der Fusion. «Ich verstehe das. Buchegg kann nicht Dorfzeitungen in allen Dorfteilen finanzieren.» In den Jahren 2014 und 2015 übernahm die Bürgergemeinde die Finanzierung der zwei Ausgaben, das heisst vor allem der Druckkosten für die 12-seitige Dorfzeitung. Ab 2016 finanzierten die Bürger noch je eine Ausgabe. «2016 hat eine Privatperson die zweite Nummer finanziert.» Ende 2017 hat Berweger eine Sammelaktion durchgeführt, und mit den Spendengeldern die zweite Nummer fast gänzlich finanzieren können.

Konkurrenz durch «Buchegg Infos»

Die Dorfteil-Zeitung erübrigt sich aber auch aus einem anderen Grund. Die Einwohnergemeinde Buchegg gibt mit den «Buchegg Infos» eine eigene Dorfzeitung heraus. Mit dieser Zeitung versorgt die Gemeinde die Einwohner der Dorfteile mit offiziellen Nachrichten. «Das ist gut und recht», sagt Berweger. Er vermisse aber die Informationen von «unten nach oben», also aus der Zivilgesellschaft. Er habe bei der Gemeindepräsidentin die Anregung deponiert, auf der Internetseite für jeden Dorfteil eine eigene Rubrik zu führen, wo auch die Bürgerinnen und Bürger sich beteiligen könnten. «Aber das braucht natürlich ein Redaktionsstatut, das eingehalten und kontrolliert werden muss.»

In der letzten Ausgabe der «Hessigkofer News» schreibt Berweger: «Für mich war es eine gute Gelegenheit, das Dorf besser kennen zu lernen, die Leute um Informationen anzugehen, Fragen zu stellen, Meinungen abzuholen und eigene Meinungen unter die Leute zu bringen.» Berweger war ein Neuzuzüger, der mit der Redaktionsarbeit auch ein Mittel der Integration im Dorf fand. Als Highlight seiner Wirkungszeit nennt er folgerichtig die Rubrik über Neuzuzüger. «Nach einem Jahr etwa stellten wir einige Fragen. So erfuhren die Alteingesessenen oft erstmals etwas über die Neuen im Dorf.» Für ihn ebenfalls wichtig, aber in der Gemeinde «vielleicht nicht so populär», waren die Themen zu den Asylfragen.

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